KATAKLYSM - das 'Unconquered' Northern-Hyperbang-Review

Veröffentlicht am 22.09.2020

"Unconquered" wollen'se also sein, die Kanadier, die einst den sog. Northern Hyperblast salonfähig machten und spätestens mit "In The Arms Of Devastation" im Metal-Mainstream angelangt sind. Das pure Geknüppel wich mehr und mehr der Melodie und dem Groove, was auf besagtem Durchbruchswerk glänzend, danach zeitweise aber nur mäßig funktionierte, ehe mit der Aufnahme von Drummer Oli Beaudoin und dem großartigen "Waiting For The End To Come", auf dem ebenjener seinen grandiosen Einstand feierte, die alte Flamme neu entzündet wurde. Leider konnte "Of Ghosts And Gods" nicht so wirklich daran anknüpfen, was auch am eher unpassenden Sneap-Sound lag, der nunmal besser zu Heavy-Metal-Bands passt. Die neue Vorab-Single "The Killshot" gelobte eine deutliche Steigerung, klang gleichzeitig aber auch wesentlich moderner - was also soll man sich von "Unconquered" versprechen?

Wir erinnern uns: Bereits "Meditations" (nein, ich habe es natürlich nicht vergessen, auch wenn ich gerne hätte...) vergriff sich freudig an und in der Moderne, wobei es trotz anfänglichen Überschwangs schnell zappenduster um die knapp 40-minütige franko-kanadische Sonder-Yoga-Session wurde. In anderen Worten: Langlebigkeit? Nada. Ob sich das auch bei "Unconquered" so verhält? Schwer zu sagenhaften, allerdings ist selbiges genau den umgekehrten Weg gegangen und gefiel mir von Hördurchgang zu Hördurchgang immer eine Spur besser. Unüberhörbar dabei: Jean-François Dagenais - gute Besserung an dieser Stelle! - hat nun, wie eben die ganzen coolen Kids des alten Jahrzehnts auch, ebenfalls 'ne 7-Saiter. Und das Drop-F-Tuning, das in Songs à la "Underneath The Scars", "Focused To Destroy" oder auch "The Way Back Home" gewählt wurde, ergänzt sich sehr gut mit dem für KATAKLYSM so üblichen Groove, zumal dieser Hauch von Deathcore immer wieder um Tempowechsel, Soli und Harmonien erweitert wird.

Grundsätzlich fällt dabei auf, dass KATAKLYSM auf Abwechslungsreichtum geachtet haben. Zwar geht es definitiv nicht back to the roots, einen guten Querschnitt aus der aktuelleren Schaffensphase ist ihnen aber dennoch gelungen. Melodic Death Metal gibt es mal temporeich ("Cut Me Down"), mal Midtempo-lastig ("Stitches"), lupenreines Blast-Gewitter in "Defiant", und das zum Standard gewordene, etwas "ausladendere" Finale findet sich in "Icarus Falling" und "When It's Over" wieder. Mein heimliches Highlight ist aber der Sound, auf den Attribute wie "modern" und "überproduziert" bis zu einem gewissen Grad sicherlich zutreffen, dem Ganzen aber nicht vollständig gerecht werden; um ehrlich zu sein ist das der mit Abstand fetteste Gitarren-Sound seit "In The Arms Of Devastation" und womöglich sogar der heftigste Schlagzeug- und Bass-Sound in der Post-"Shadows & Dust"-Ära. Das macht "Unconquered" nicht zu meinem Lieblingsalbum der Band, aber doch zu einem durchweg unterhaltsamen und dieses Mal – hoffentlich – auch langlebigen.

4,0/5,0 - Pascal Staub


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Jörn Janssen
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Fazit


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