FINNTROLL: das 'Vredesvävd' Gangbang-Review

Ja Wahnsinn - ist das auch schon wieder mehr als 20 Jahre her, seit die verrückten Finnen FINNTROLL auf meiner musikalischen Landkarte aufgetaucht sind? „Midnattens Widunder“ sowie „Jaktens Tid“ waren für mich damals die perfekte schwarzmetallische Partymusik, beide Alben liefen bei mir in Dauerschleife, doch danach habe ich langsam das Interesse und die Gruppe aus den Augen verloren. Nachdem es in den letzten Jahren doch recht still um die Band war, erscheint nach 7 Jahren das neue Werk „Vredesvävd“ (auf Deutsch „aus Zorn gesponnen“) und somit ergibt sich für mich die perfekte Gelegenheit, mich nach langer Zeit wieder mit einem meiner früheren Favoriten zu beschäftigen.

Bombastisch und symphonisch legt das Intro klanggewaltig los und weckt noch keine Assoziationen mit dem gewohnten Folk-, Humppa-, Black Metal-Konglomerat, sondern könnte in dieser Form auf jedem gewöhnlichen Blackmetal-Album stehen. „Mit Att Döda Med En Sten“ geht es mit recht traditionellem Schwarzmetall weiter, das Stück bleibt aber insgesamt relativ unspektakulär. Die Wende folgt bei Titel Nummer 3, „Ormfolk“, denn hier spielen FINNTROLL ihre Stärken erstmals aus und die bekannte Melange aus Folk- und Blackmetal gepaart mit Humppa-Elementen zündet. Vor allem die letztgenannten Anleihen bei der finnischen Volksmusik sorgen für Stimmung, das polkaähnliche Flair hat immer noch seinen ganz speziellen Reiz. Leider währt die Begeisterung nur kurz, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil FINNTROLL am bekannten Konzept festhalten. Die übrigen Stücke bieten mehr vom Bekannten, Neues sucht man vergeblich und kompositorisch kann die Gruppe nicht ganz an alte Glanzleistungen anschließen.

Insgesamt bleibt unterm Strich ein etwas schaler Beigeschmack, „Vredesvävd“ bietet solide Kost für jene die nach neuen FINNTROLL-Stücken dürstet, alle anderen werden mit den bekannten Klassikern wohl glücklicher. Trotzdem ein positives Comeback  der Finnen, das Lust auf feuchtfröhliche Konzerte der Trollhorde macht.

3,0/5,0 - Michael Walzl


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Hans Unteregger
Seite 3: Julian Dürnberger
Seite 4: Lord Seriousface
Seite 5: Michael Walzl
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Fazit


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