DARK TRANQUILLITY - Das "Moment" Gangbang Review

Die (hoffentlich) allseits beliebte Gangbang-Reihe [wehe, wenn nicht! Anmerkung der Gangbang-Zentrale] hier bei STORMBRINGER nutze ich persönlich immer gern, um meinen musikalischen Horizont zu erweitern und mich auf Bands einzulassen, die bisher unter meinem Radar geblieben sind. DARK TRANQUILLITY ist so eine Band. Obwohl die Jungs schon sehr lange ihr Unwesen treiben, kenn ich bis heute eigentlich nichts von ihnen. Das ändert sich hiermit. Für diese Besprechung des neuen Studioalbums "Moment" möchte ich auch gern was Neues ausprobieren. Ich reviewe quasi in Echtzeit. D.h., bisher habe ich nicht in das Album reingehört und ihr dürft mitlesen, wie es mir bei jedem Song bzw. bei jedem "Erstkontakt" geht. Sozusagen roh und ungefiltert. Ob das klappt - man wird sehen. Also holt euch was zu trinken, macht es euch bequem und "Moment" von DARK TRANQUILLITY startklar, denn dann kann es auch schon los gehen.


"Phantom Days" - Lässiger Groove, sehr kraftvoller Beginn mit typischen Melo-Death-Vocals - tolle Transition in den Refrain. Immer begleitet von sehr melodischen Gitarren inklusive zweistimmigem Solo im letzten Viertel. Ein vielversprechender Einstieg.

"Transient" - eine Spur langsamer als die vorige Nummer. In den Strophen nicht ganz so catchy aber der Chorus kommt mit den schweren Gitarren sehr gut und geht beim zweiten Mail nahtlos in ein neuerliches Solo, nur um dann wieder zurück zu kommen. 

"Identical To None" - Track drei und mir wird immer unverständlicher, weshalb ich die Schweden bisher links liegen gelassen habe. Vom Muster her ähnlich wie die Nummern zuvor. Das erste Viertel von "Moment" macht schon mal Spaß. Einziger kleiner Kritikpunkt bisher: die Stücke sind sehr ähnlich im Aufbau und Ablauf.

Aber gut - weiter geht es mit "The Dark Unbroken" - Synth-Sounds im Intro die einen auf eine falsche Fährte locken. Wird keine Ballade ist aber doch etwas reduzierter und nach knapp eineinhalb Minuten plötzlich - Klargesang. Sehr überraschend, aber passend. Jetzt weiß ich als DARK TRANQUILLITY Neuling natürlich nicht, ob Klargesang schon immer zum Repertoire von Mikael Stanne gehörte, ich kann euch nur sagen, dass es in dieser Nummer gut funktioniert. Vor allem im Wechselspiel mit den härter gesungenen Strophen-Parts. Für mich die erste echte Überraschung auf "Moment".

"Remain In The Unknown" - Der Klargesang war also keine Eintagsfliege. Hier wird nämlich klar gestartet - auch werden die Strophen von Keyboards umgarnt, bevor es dann immer wieder in einen Growl-Part übergeht. Bei "The Dark Unbroken" hat es sich aber mehr aus einem Guss angefühlt. Diese Nummer wirkt nicht ganz so harmonisch. Als hätten sie hier versucht, zu viel in einen Track reinzupacken.

"Standstill" - eine relativ unspektakuläre Nummer. Bisher schwächster Track. Wirkt zu sehr nach Schema-F. Ohne große Überraschungen. Aber, und das muss an DARK TRANQUILLITY zugutehalten, selbst schwächere Nummern sind immer noch auf hohem Niveau. Halbzeit - bisher haben mich die alten Schweden nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil - das Album macht Lust darauf, die Diskographie zu erforschen.

"Ego Deception" - Man steigert sich wieder. Spannender Beginn mit leicht versetztem Drumming kräftiger Strophe und sehr stimmigem Chorus. Das obligatorische Gitarrensolo rundet hinten raus die Nummer ab. 

"A Drawn Out Exit" - ...beginnt mit einem zähflüssigen Groove - als würde hinter der nächsten Ecke was auf einen lauern. Man wird von Anfang an in den Bann der Nummer gezogen. Nach knapp 40 Sekunden wechselt man schlagartig den Rhythmus und tritt wieder mehr auf das Gaspedal. Die Spannung kann durch das abwechslungsreiche Gitarrenspiel gehalten werden und kurz nach der Hälfte wird nochmal kurz der Eingangsgroove aufgenommen. Alles in allem eine sehr kurzweilige Nummer mit sehr lässigen Riffs.

"Eyes Of The World" - Ähnlich wie "Standstill" eine Nummer ohne besondere Höhepunkte bis auf das Solo. Das ist herrlich.

Jetzt wird ein wenig geschummelt. "Failstate", "Empires Lost To Time" und "In Truth Divided" werden zusammengefasst. Wobei aus dem Trio mit Sicherheit "Empires Lost To Time" durch die gebotene Abwechslung heraussticht. "In Truth Divided" liefert dann den epischen Abschluss für das neueste Album.

 

Fazit:

DARK TRANQUILLITY knallen hier ein starkes Album auf den Tisch, das durchaus verschiedene Richtungen zu verbinden versucht. Keyboards, Klargesang, epische Solos, alles Dinge, die es mir als Neuentdecker leicht machen, mich mit der Band anzufreunden und in den Sound reinzukommen. Die Einstiegshürde ist also nicht groß. Zwei bis drei Nummern kürzer und das Album wäre mit Sicherheit noch stärker. Ich bereue es aber nicht, mich auf DARK TRANQUILLITY eingelassen zu haben. Fans können mit Sicherheit ohne Bedenken zugreifen und jeder Freund des Melo-Death muss vermutlich sowieso ein Ohr riskieren.

 

4 von 5 Punkten


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Pascal Staub
Seite 3: Anthalerero Majere
Seite 4: Ernst Lustig
Seite 5: Hans Unteregger
Seite 6: Lord Seriousface
Seite 7: Fazit


WERBUNG: Hard
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