Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 52

Veröffentlicht am 10.11.2020


 

DANCING SUN (Progressive Metal, Steiermark)
 

Heart Tales (Album, 16.10.2020)

  • 1. New Breath
  • 2. The 5. Element
  • 3. Riki Tek's Garden
  • 4. Brothers In Soul
  • 5. The Grass Is Always Greener...
  • 6. Fuck The Angst!
  • 7. Heart Tales
  • 8. Nature Teaches Love

Ein-Mann-Projekte sind ja immer eine Fundgrube musikalischer Kuriositäten, vor allem wenn sie unter der Progressiven Flagge laufen, so wie DANCING SUN aus der Steiermark. Hinter dem ganzen steht ein Musiker, der sich hinter dem Pseudonym „Bird Of The Sun“ verbirgt und mittels seinem zweiten Output „Heart Tales“ seine musikalische Reise zu fernen Ufern (und griechischen Stränden) antritt.

Und in der Tat lässt der Sonnenvogel musikalisch dann kaum etwas anbrennen, nach dem lässigen, instrumental rockenden Opener „New Breath“ gibt es bei „The 5. Element“ smooth-vertrackte Klänge aufs Ohr, die von ziemlich abgefahrenen, von richtig cooler, rauer Wüstenstimme intonierten Lyrics ergänzt werden. Mit dem zunächst fast ein wenig funky um die Ecke kommenden „Riki Tek's Garden“ bekommt die musikalische Ursuppe, die DANCING SUN aus Kraut und Rüben zwischen treibendem Rock, komplexen Rhythmen und teils gar psychedelischen Einschüben kredenzen, die richtige Würze. Dazu darf der Promotext zitiert werden: „It is very possible that the Beatles on Acid would have released 'Heart Tales', if they had been windsurfing in Greece and been inspired by Carcass, King Crimson & Dead can Dance.“

Stimmt. Besser könnte es der Rezensent, der mit wachsender Faszination und Konsterniertheit den teils durchaus ruppigen („Brothes In Soul“), dann wieder hemmungslos den guten alten Hammond-Klängen frönenden Titeln lauscht („Heart Tales“), auch nicht ausdrücken. Hervorstechend aus dem stilistischen Chamäleon, das immer, wenn man glaubt, die Struktur durchschaut zu haben, mit einer überraschenden Wendung überrascht, ist die rauchige Whiskey Voice, die sich als einziger Roter Faden mit Gelassenheit durch das musikalische Wimmelbild von „Heart Tales“ zieht.

Das muss man bis zu einem gewissen Grad schon mögen, denn auf Dauer kann so verkopfte Musik, die viel Aufmerksamkeit vom Hörer einfordert, schon ein wenig anstrengend werden. In diesem Fall darf man das Detailreiche Coverartwork gerne als Gradmesser für den Inhalt dieses komplexen Albums herannehmen – DANCING SUN ist schräg, aber auch cool, kann jedoch auch leicht überfordern.

3 / 5 – (Anthalerero)


Bis auf einen Bandcamp-Link und die Musik die für sich selbst spricht, können wir leider nicht mehr Infos zu DANCING SUN anbieten...


leider kein Video... :(

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: PULSE (Industrial/Elektro Metal, Oberösterreich)
Seite 3: VENATOR (Heavy Metal, Oberösterreich)
Seite 4: DANCING SUN (Progressive Metal, Steiermark)
Seite 5: GEBENEDEIT (Black Metal, Wien)
Seite 6: CADÛ (Rock, Wien)


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