Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 53

Veröffentlicht am 20.12.2020


 

SCION OF DARKNESS (Blackened Death Metal, Kärnten)
 

Downpath (Album, 04.12.2020)

  • 1. Abomination
  • 2. Extinction
  • 3. Warrior
  • 4. Sovereign
  • 5. Graveyard
  • 6. Downpath
  • 7. Butcher of the Damned
  • 8. Dark Wraith
  • 9. Ascension
  • 10. Soulless (Grave Cover)


Wer sagt, dass jegliche musikalische Zusammenkunft von Kärntnern automatisch ein Chor von hoher Melodie ist, der hat wohl SCION OF DARKNESS noch nicht gehört. Der Aggro-Vierer schert sich nämlich keinen Deut um das kärntnerische Liederbrauchtum und hat sein Album „Downpath“ augenscheinlich roh aus einem Granitblock gehauen – unter Zuhilfenahme eines Presslufthammers und viel aufgestauten Gewaltfantasien. Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen, wenn der urtümliche Todesstahl verachtungsvoll aus den Boxen rumpelt und die Trommelfelle des Hörers in Fetzen reißt.

Dazu passend reißt die räudige Produktion, die das streckenweise durch schwarzmetallische Elemente ergänzte Todesblei (zB in „Sovereign“) mit Vehemenz ins Cerebrum drückt, ziemlich nachhaltig die Bude ein. SCION OF DARKESS klingen streckenweise so abgrundtief böse, dass dir die aus dem bodenlosen Schlund der Erde entstiegen zu scheinenden Growls schier die Eingeweide aus dem Leib zerren. Dass die Becken bisweilen schon extremst penetrant rascheln und damit die Gehirnrinde nachhaltig zum Kräuseln bringen, ist leider ein Schönheitsfehler, der die Urkraft von grantigen Grunzgranaten wie „Warrior“ nachhaltig beschädigt. Dafür machen rohe, kantige Songs wie das satt rumpelnde „Extinction“ oder das pfeilschnell böllernde „Graveyard“ mit unverhohlener Oldschool-Attitüde und herzhaftem Gerülpse schon Spaß und man hängt sich dazu gerne den ein oder anderen Nackenwirbel aus. Auch das GRAVE-Cover „Soulless“ verspricht der Krawallfraktion ausgiebigstes Suhlen im Schwedenstahl der dreckigsten Sorte.

Wer seinen Death Metal nicht medium rare abgemischt, sondern roh und bluttriefend direkt vom Erzeuger mag, der darf bei SCION OF DARKNESS gerne kopfüber in den Krawallkübel tauchen und wird es nicht bereuen. Zartbesaitete sollten den Metzgersound dann doch eher meiden und sich Schöngeistigerem Zuwenden. Bei diesen Kärntnern gibt’s nämlich alles andere als einen gepflegten Herrenchor.

3 / 5 – Anthalerero
 

Den Todesstoß für eure Lauschlappen könnt ihr euch bei Bandcamp oder Facebook holen, oder gleich an Ort und Stelle den Stacheldraht durch den Gehörgang ziehen:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

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Seite 4: LOCUS NEMINIS (Symphonic Extreme Metal/Industrial, Oberösterreich)
Seite 5: RÖHREN (Rock, Niederösterreich)
Seite 6: SCION OF DARKNESS (Death Metal, Kärnten)


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