Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick von Franziska Anson

Tja, was kann man über 2020 so alles sagen? Viel Gutes jedenfalls nicht. Aber immerhin hat es mich dieses Jahr zum Stormbringer verschlagen und wie man weiß, sind verpasste Möglichkeiten und Chancen auch immer zu etwas gut. Und 2020 wird wohl dazu gut sein, dass wir eine Welle an neuen Alben bekommen haben und auch in 2021 noch bekommen werden. Immerhin hat sich so ziemlich jede Band der Welt zusammengesetzt und Songs geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht. Trotzdem gibt es ein paar Lieblinge, die ich nicht hätte verpassen wollen und manches hätte es in einem normalen Konzertjahr gar nicht gegeben. Zum Beispiel einen Lieblingsstream, wer hätte den letztes Jahr erwartet?

 

Mein Lieblingsstream:

Definitiv Lzzy Hale’s „Raise Your Horns“. Jeden Freitag um 22 Uhr hat HALESTORM‘s Frontfrau einen Gast eine Stunde lang interviewt. Von der eigenen Band bis hin zu ALICE COOPER und Taylor Momsen war wirklich für jeden etwas dabei. Und mit Trinkspielen wie „Bei jedem ‚ya know‘ wird getrunken“ hatte man nicht nur immer was zum Lachen, sondern auch einen Grund das Bier (oder in meinem Fall Cider) kalt stehen zu haben. Angefacht wurde das von Bandkollegen Joe Hottinger, der jede Woche brav die Fans unterhielt. Nicht, dass die das nicht auch allein geschafft hätten. Von Anfang April bis Mitte September hat Lzzy uns durch den doch sehr traurigen Konzertsommer begleitet, somit also die Festivalsaison abgedeckt und uns immerhin eine kleine Alternative geboten.

 

Mein Lieblingsalbum:

Ganz klar AC/DC’s „Power Up“. Dass die ihr Album ausgerechnet an einem Freitag, den 13. veröffentlichen, sollte auch wirklich niemanden überraschen. Und so reiht sich das Album wunderbar in die Diskografie der Jungs ein. Genau das, was man auf einem neuen Album erwartet hätte, wird auch geliefert: Hard Rock, der hilft, alles andere zu vergessen. Nicht nur das leistet der rote Blitz, sondern auch eine direkte Steigerung der Produktivität, egal ob beim Spülen, Putzen oder Hausarbeit schreiben. Schließlich lässt sich zu nichts so schön auf eine Computertastatur einhacken wie mit Phil Rudd auf den Ohren. Ganz klar das Highlight der Alben in 2020. Wenn jetzt demnächst noch eine Welttour kommt, bin ich vollends glücklich.

 

Mein Lieblings-Live-Album:

Das allererste Album, das QUEEN mit ADAM LAMBERT veröffentlichen nach immerhin sechs Jahren gemeinsamen Tourens. Es ward auch wirklich Zeit! Jedes Live-Album hatte 2020 wahrscheinlich bessere Chancen als ein Studio-Album, allein der Sound von einem Publikum sorgt für stehende Haare auf meinem Arm. Zwanzig Tracks aufgenommen auf der ganzen Welt über den Zeitraum von ein paar Jahren. Das Ganze ist erstaunlich gut gemixt, beim unaufmerksamen Hören könnte man glatt denken, es wäre das gleiche Konzert. Neben den Hits, die wir alle hören wollen und die man auf keinem QUEEN Konzert vermissen würde, haben es aber auch verkappte Klassiker wie „Love Kills“ geschafft. Und wenn schon die Tour auf 2021 verschoben werden musste, gibt es wenigstens ein Live-Album. Ich höre mir gleich einfach nochmal den Publikumssound an und genieße meine Gänsehaut.


Meine Lieblingsballade:

Ganz unerwartet hat mich in diesem Jahr ORIANTHI mit ihrem Album „O“ erwischt. Etwas überraschend, denn schließlich hatte man von den Solo-Projekten der Australierin schon eine Weile nichts mehr gehört. Aber neben einer Signature Akkustik-Gitarre hat sie für mich auch die beste Ballade raus gebracht, die mich auch 2021 definitiv noch begleiten wird. Denn „Crawling Out Of The Dark“ zeigt so viel Herzschmerz, wie eine Ballade es auch sollte, bleibt dabei aber echt. Man möchte direkt poetisch aus dem Fenster in den Regen starren.

Mein(e) Lieblingskonzert(e):

Viel war ja 2020 nicht und wir klammern hier mal die Streams aus, schließlich ist es ja doch irgendwie nicht dasselbe. Die Überlegung, sich einen Wellenbrecher zu kaufen, um dahinter YouTube-Konzerte zu schauen, wurde nur aus Platz- und Kostengründen nicht in die Tat umgesetzt, sollte ich an dieser Stelle erwähnen. Aber vor und während der Pandemie bleiben zwei Konzerte, die trotz (oder wegen?) allem wunderbar waren: Zum einen die Rock Meets Classic Show in Nürnberg und JOHN DIVA, die im September ein Social Distancing Konzert in Elspe spielten.

Rock Meets Classic im März wurde abrupt durch die Einschränkungen gestrichen, diejenigen, die also eine der wenigen Shows sehen durften, können sich glücklich schätzen. Die Kombination aus Orchester und Rock ist einfach etwas ganz besonderes und gibt jedem Song eine andere Art von Tiefe. Klar, ein Syymphonieorchester ist auch ein bisschen größer als jede Band. Dieses Jahr war der Headliner ALICE COOPER, dem das Konzept so gut gefiel, dass er es gleich zum zweiten Mal dabei war, das erste Mal in 2014. Aber auch die Hausband hat es wirklich drauf und spielt ein paar Hits. Damit könnte man auch einen Abend füllen ganz ohne Headliner (wenn die Preise denn günstiger wären).

Und JOHN DIVA machen unter anderem genau das, sei es ein Cover von TWISTED SISTER oder WHITENSNAKE. Das Besondere in diesem Jahr: Man spürte wirklich, dass der ein oder andere kurz davor war, ein kleines Tränchen zu verdrücken – sowohl auf, als auch vor der Bühne. Bussis und Umarmungen nach der Show gab es nicht, trotzdem war alles irgendwie ein klein bisschen echter an diesem Abend. Das „Thank you“ und auch das Mitsingen erreicht irgendwie ein anderes Level, wenn man weiß, wie dankbar man sein darf, grade den Verstärker bis auf Anschlag gedreht zu hören. Manche munkeln er war an diesem Abend auf elf gedreht.

In diesem Sinne freue ich mich also vor allem auf die neuen Alben und noch viel mehr die ganzen entsprechenden Touren, die diese bitte begleiten werden. Es kann nur besser werden, wir hoffen auf das Beste!


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
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