Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick von Daniel Hadrovic

2020 ist geschafft und erledigt. Im Januar noch verehrt, im Dezember dann angespien und zurückgelassen und was sich auf eurer Silvesterparty zugetragen hat, erfahren wir gleich in den Nachrichten. Nachrichten waren es auch, die wir unseren feuchten Augen wie nackte Schönheiten haben darbieten lassen, ob auf Papier gedruckt, auf Magnetband gebannt, im digitalen Stream oder im Falle geraubten Augenlichts, durch mündliche Überlieferung nicht weniger reizvoll zugetragen wie Minnesang. News waren für die breite Masse selten interessanter: Eine neue Entdeckung nahm unser aller Leben vollends ein, erreichte alle Gebiete der Welt, beschäftigte den Schildknappen wie den Kaiser und überschattete Aktuelles aus Innen- und Außenpolitik oder gar unseren liebgewonnenen Gossip, so dass wir keiner dieser Sparten mehr die alte Bedeutung beimessen konnten. Ich brauche es euch nicht im Detail aufzubröseln, denn ihr alle seid Teil der Geschichte, seitdem unbekannte Flugobjekte, womöglich bemannt, offiziell bestätigt wurden.

Okay, eigentlich zeichneten sich schon vor längerer Zeit Indizien dafür ab, dass sich die vermeintliche Krone der Schöpfung doch ein wenig in der frenetischen Ausübung ihrer Selbstverliebtheit zügeln sollte, aber auf dem Höhepunkt der Ekstase wird abrupte Ausbremsung zu einer schmerzhaften Angelegenheit. Acht Prozent der Europäer nehmen Antidepressiva, in Deutschland praktizieren etwa 13000 Psychotherapeuten - behandelt werden von Menschen, die in ihrer Kindheit nicht die Trennung ihrer Eltern verarbeitet haben bis zu Opfer grausamster Handlungen, welche ernsthafte posttraumatische Belastungsstörungen erlitten und alles mögliche dazwischen. Geht es aber allen anderen wirklich gut, die keine Therapie in Anspruch nehmen? Allein die Existenzangst durchzieht fast alle Gesellschaftskreise - Der Mensch ist prädestiniert für Krisen. Wer braucht da zusätzlich einen Kulturschock, weil da noch mehr (oder weniger) humanoide Lebewesen sein könnten, die auf unserem schönen Globus unter Umständen keinen festen Wohnsitz haben? Wenn es sich vermeiden lässt, vermutlich die wenigsten. Allein die Tatsache, dass es vielen von uns nicht gefallen würde, nicht allein im Weltall zu sein und sich dadurch die menschliche Vorstellung von Besitz und Selbstbestimmung als Hirngespinnst herausstellen könnte, bedeutet nicht, dass das uns aktuell unvorstellbar Erscheinende nicht längst Realität ist.

Irgendwas leuchtet doch immer am Himmel

Vieles über unseren Köpfen wirkt augenscheinlich rund oder kugelförmig. Fast alles scheint bei näherer Betrachtung zu blinken oder vibrieren. Die Menschheit existiert nicht erst seit gestern und besitzt in ihrer Gesamtheit genug Augenpaare, um ständig welche davon gen Himmel zu richten - und schon ist etwas erfasst, das das Hirn nicht versteht oder nicht in einen als logisch wahrgenommenen Kontext zu stellen vermag. Warum nicht diese Erfahrung weitervermitteln? Bestenfalls steht am Ende der Kommunikationskette die Option offen, durch ein Medium zu einer größeren Menge zu sprechen. Der erste bekannte Artikel über Kontakt zu außerirdischen Lebensformen und ihren Flugkörpern erschien am 19. April 1897 in "The Dallas Morning News". Hundertdreiundzwanzig Jahre sind seitdem vergangen, in denen in unregelmäßigen Abständen aus aller Herren Länder ähnliche Berichte erschienen, meistens darauf abzielend, den vermeintlichen Zeugen durch den Kakao zu ziehen, seltener aber auch objektiven Umgang der Journalisten mit dem delikaten Thema innehabend. Gerade deutsche Journalisten taten sich damit schwer, dem Leser dieselbe Seriosität zu bieten, mit der sie als gewöhnlich geltende Alltagserlebnisse aufgriffen. Im inzwischen verflossenen Jahr 2020 ist jedoch endlich auch in deutschsprachigen Ländern eine leichte Veränderung medialer Berichterstattung zu solchen Themen festzustellen. Hat aber diese vorsichtige Annäherung in der kleinen Zeitspanne auch die Wahrnehmung der Bevölkerung beeinflussen können? Über Artikel zu unbekannten Flugobjekten lässt sich vermehrt auch ohne miteinbegriffenen Spott stolpern, was uns womöglich den ganzen Sachverhalt umso unbegreiflicher erscheinen lässt. Schien es früher schwierig, in an die dpa angegliederte Medien, größere ernsthafte "Abhandlungen" über ungeklärte Phänomene im Luftraum zu platzieren, greift man heute vermehrt zumindest wirklich spektakuläre Fälle auf und schließt sogleich außerirdische Beteiligung aus, worüber überzeugte Grenzwissenschaftler und Parapsychologen nicht in jedem Fall erfreut sein dürften. Dennoch ist festzuhalten, dass auch deutsche TV-Sender wie zdf nicht nur ihr Feld um einst verpönte Themen erweiterten, sondern auch ihre Rhetorik diesbezüglich änderten.

Allein das Wort "Außerirdischer" in den Mund oder einen Artikel zu nehmen, geziemte sich nicht

Was aber konnte die so "stockkonservative", deutsche Form der Berichterstattung dermaßen ins Wanken bringen? Wie so oft haben wir auch diesmal wieder nicht die Pioniersrolle eingenommen, denn es ist klar auszuschließen, dass eine natürliche Entwicklung durch das Nachrücken junger, offener Nachwuchsjournalisten, die sich der Fragen und Sorgen eines Teils des Volkes annahm, welcher sich im Internet über solche Angelegenheiten austauscht und bislang eigene Schlüsse ziehen musste, stattfand. Eher ist es der hiesigen Anpassungsfähigkeit an ausländische Medienmentalität, nach zunehmenden Freigaben von einst geschützten Informationen durch Pressesprecher des amerikanischen Militärs, geschuldet. Spätestens um 2018, als die US-Marine die Authentizität von Videoaufzeichnungen von unbekannten Flugobjekten bestätigte, nachdem Journalisten der seriösen und einflussreichen New York Times, also wieder einmal zumindest im Amerika ansässige Menschen, unablässig Fakten zu mysteriösen Sichtungen im Luftraum recherchierten und publizierten, also quasi einem Thema aus dem sogenannten Grenzbereich der Wissenschaft, sprachen mehr oder weniger notgedrungen auch europäische Medien zaghaft darauf an.

Bürgern, die sich aus eigenem Interesse nicht vorab mit interpretationsfähigen ungeklärten "Phänomenen" wie beispielsweise dem "Starchild Schädel" vertraut gemacht haben, in dessen Spongiosa eine unbekannte Gewebeart nachgewiesen wurde, die bisher in keinem anderen Organismus zu finden ist, oder dass die Klinge des Dolches von Pharao Tutanchnamun, der um 1332 bis 1323 vor Christus regierte, aus Meteoritenstahl gefertigt ist, wird es ohne solche Sensibilisierung wahrscheinlich schwer fallen, die Bedeutung der neugewonnenen Fakten in den Alltag zu implementieren und womöglich weiterhin reiner Fiktion zuordnen (was nicht zwingend zum Nachteil des Menschen ausfallen muss, aber dazu am Schluss mehr). Immerhin könnte es doch trotzdem sein, dass es nicht die stets unter Generalverdacht stehenden Russen sind, die seit Putins Amtszeit Äonen an technologischem Vorsprung gegenüber den US-amerikanischen Geheimprojekten gewinnen konnten. Ein bisschen Fantasie und Bezugsparawissenschaft kann ja nicht schaden, wenn jetzt schon Medien und Militär so trocken über das seltsame (Flug-)Zeug berichten.

Was, wenn die ganzen Geschichten von Kontakt zu Außerirdischen wahr sind?

Der renommierte israelische Wissenschaftler Prof. Haim Eshed, 1981-2010 Leiter der Israel Defense Forces, erklärte im Dezember 2020 im Interview mit der auflagenstarken, traditionsreichen israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth, es gäbe seit Jahren einen geheimen Pakt zwischen Menschen und Außerirdischen, auf dem Mars teile man sich eine unterirdische Basis, ein Forschungslabor zum gemeinsamen Erkunden des Weltalls. Präsident Donald Trump wisse Bescheid und wäre jüngst in seinen Ambitionen, diese Information an die Öffentlichkeit zu tragen, gestoppt worden. Auch die Jüdische Allgemeine hat einen kurzen Artikel dazu veröffentlicht. Solche Bekundungen brechen auch in den höchsten Gesellschaftskreisen nicht ab, stets ist die Quintessenz jedoch, die Vorgänge seien Top Secret und die Menschheit sei noch nicht bereit für die Wahrheit. Was also nützen uns vage Andeutungen und Informationsfetzen? Was sollten wir selbst mit der ganzen Wahrheit anfangen, wenn uns der Umgang mit außerirdischen Lebensformen weiterhin verwehrt bliebe und wir ihre Technologie nicht nutzen könnten? Wären die freigegebenen Geheimdokumente nützlicher als ein Märchenbuch? Was sollten wir mit der Wahrheit anfangen?

Es leben fast acht Milliarden Menschen auf der Welt (Stand: 2021). Nicht alle können Verschwörer und Eingeweihte sein. Auch ist nicht jeder ein Philosoph, oder kann sich Philanthrop schimpfen, wir sind nicht alle Wissenschaftler, Gelehrte und Geistliche, welche auf theoretischer Basis einen Vorteil aus der großen Erleuchtung ziehen könnten. Wir sind oft "nur" Bäcker, Maler und Lackierer, Postboten...

3,4 Milliarden Menschen leben unter der Armutsgrenze. Auf fünf von sieben Kontinenten herrschen Krieg oder bewaffnete Konflikte. Was sollte man auch schon mit geheimsten Wissen über verdeckte extraterrestrische Operationen auf unserer geschundenen Erde anfangen? Die harten Fakten erklären ohnehin den Mensch selbst und sein Tun zum größten Problem des Menschheit. Wenn es wahr ist, dass sie sich in unserer Nähe befinden und mit überlegener Technologie über uns umherschwirren, dann dürfte das Resümé für uns relativ ernüchternd ausfallen: Die Menschheit hat sich selbst nicht helfen wollen und eindeutige Beweise für die Hilfe von Außerirdischen haben Frau Müller und Herr Schmidt nie feststellen können. Außerirdische haben für den Einzelnen vermutlich denselben Stellenwert wie GUNS N´ ROSES´ "Chinese Democracy" bevor es veröffentlicht wurde. Das Album war in den 14 Jahren seiner Nichtexistenz größer, fantastischer, beeindruckender, ehrfurchterregender und atemberaubender als das tatsächliche Produkt als es 2008 erschien. Bereits ein Jahr später nahm man die neue Realität achselzuckend hin. Will heißen: Irgendwann kriegen wir Besuch. Ein Schock ist das am kürzesten währende Gefühl, dann werden wir auf ganz natürlichem Weg lernen, mit den neuen Gegebenheiten umzugehen. Axl Rose soll vor vielen Jahren gesagt haben: "Wartet nicht darauf. Lebt euer Leben."

Eine Frage der Überlegenheit

Hast du eigentlich heute schon etwas uneigennützig für einen anderen getan? Für jemanden, den du nicht zu deinem Freundes- oder Bekanntenkreis zählst, geschweige denn innig liebst? Hast du heute schon jemand geholfen, der dir egal sein könnte? (Hast du es überhaupt schon mal getan?) Hast du einem Menschen unter die Arme gegriffen, den du einfach von oben herab betrachten musst, weil es dir die natürliche Auslese gebietet? Dann kennst du also einen, den du für unterentwickelt hältst! Es hält sich nachweislich ein Subjekt in deiner Nähe auf, das deine wahre Größe nicht erkennen kann, weil es allen Anschein nach minderbemittelt ist. Garantiert vermagst du so viel mehr zu erreichen, als er es jemals könnte. Macht ihn das im direkten Vergleich nicht auch hilfloser als du es bist? Besitzt du zudem technische Errungenschaften, die für andere unerschwinglich sind? Vielleicht keinen Helikopter, aber unter Umständen einen guten Rasenmäher? Dein Rasen sieht hervorragend aus, andere sind nicht so schön. Warum solltest du auch deine Zeit, dein Geld und deine psychische und physische Kraft für andere Lebewesen aufwenden, wenn sie dir nichts zurückgeben können? Vergiss sie - sie glauben sowieso nicht an dich.

Merry Christmas and a happy new year...


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Lesercharts: Die meistgelesenen Artikel des Jahres 2020
Seite 3: Jahresrückblick von Angelika Oberhofer
Seite 4: Jahresrückblick von Anthalerero
Seite 5: Jahresrückblick von bender
Seite 6: Jahresrückblick von Brigitte Simon
Seite 7: Jahresrückblick von Christian Wiederwald
Seite 8: Jahresrückblick von Daniel Hadrovic
Seite 9: Jahresrückblick von Ernst Lustig
Seite 10: Jahresrückblick von Franziska Anson
Seite 11: Jahresrückblick von Hans Unteregger
Seite 12: Jahresrückblick von Joel Feldkamp
Seite 13: Jahresrückblick von Julian Dürnberger
Seite 14: Jahresrückblick von Lord Seriousface
Seite 15: Jahresrückblick von Martin Weckwerth
Seite 16: Jahresrückblick von Pascal Staub
Seite 17: Jahresrückblick von Sandy
Seite 18: Jahresrückblick von Sonata
Seite 19: Jahresrückblick von Tobias
Seite 20: Jahresrückblick von Werner Nowak


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