GODSLAVE - "Positive Aggressive" Track by Track

Veröffentlicht am 17.05.2021

Am 25. April durfte ich an der Pre-Listening Session zum neuen Album von GODSLAVE teilnehmen. "Positive Aggressive" erscheint am 23. Juli und ist ein ganz besonderes und persönliches Album für die Band. Nicht nur die Corona-Zeit hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Platte, sondern auch interne Konflikte in der Thrash-Metalband. "Es gab diesen Moment, in dem wir dachten, wenn es die Band jetzt nicht mehr geben würde, dann wäre das nicht schlimm", sagt Gitarrist Bernie. Und dahin wollten sie nie kommen. Sie haben sich zusammen aufgerafft und ausgesprochen. Daraus ist "Positive Aggressive" erwachsen. Das erste Album mit Konzept - aber kein Konzeptalbum. Allerdings haben alle Tracks eine lyrische Verbindung.

Typischerweise geht es im Thrash Metal oft um Aggressionen, allerdings möchte GODSLAVE in ihrem neuen Album klar machen, dass man die Energie, die durch Wut entsteht, auch dafür nutzen kann, etwas aufbauen, statt zu zerstören. Positive Additude war ja schon beim letzten GODSLAVE Album "Reborn Again" 2018 ein Thema. Aufgenommen wurde die Platte seit Oktober im selben Studio (Su2 Studio in Saarwellingen) und mit demselben Produzenten Phil Hillen wie 2018.

 

1. "How about NO!"

Die erste Single "How About NO!" ist am 30. April bereits veröffentlicht worden. Das ist auch der erste Track auf der Platte. Die Lyrics entstanden aufgrund von Diskussionen im Internet. Immer wieder diskutierte Gitarrist Manni mit Corona-Leugnern und anderen Hobby-Virologen und war irgendwann einfach der Situation überdrüssig. "Ich brauche keine Diskussionen mit Leuten, die es eh nicht interessiert.", sagt er. Doch am Ende bleibt die Wahrheit immer bestehen, meint er. Egal, ob es jemand anders einsieht oder nicht. "Es interessiert keinen, ob Du Dich aufregst. Daher sollte man immer abwägen, ob Diskussionen einen Sinn machen."

Gastsängerin im Song ist Britta Görtz von CRITICAL MESS, die Background Vocals macht. Entstanden ist der Track bereits 2017 aber durch die aktuelle Situation hatte Manni noch stärkere Emotionen, die er in den Song steckte.

Lyricvideo zur ersten Single "How About NO?":

Ein Facebook-Video von Manni findet ihr hier: https://www.facebook.com/1814111972/videos/10215429731535841/

 

2. "Positive Aggressive"

Der zweite Track ist einer der schnellsten Songs auf dem Album und der Titelsong. Hier geht es lyrisch darum, Energie, die mit Aggression zunimmt, in Positives zu investieren. Für das Album wurde für den Song extra eine Lead-Gitarrenspur eingebaut, die es vorher nicht gab. Außerdem ist Bernie bei den Backing Vocals zu hören.

Der Track wurde bewusst an den Anfang der Platte gesetzt, um schnell reinzustarten. Ab dem dritten Song wird es dann etwas grooviger. An sich sei die Platte laut Bernie tempo-mäßig aber gut durchmischt.

 

3. "Straight Fire"

Bei "Straight Fire" handelt es sich um den Crew-Song auf dem Album. GODSLAVE bringen traditionell auf jeder Platte einen Song für ihre Crew, die das Gemeinschaftsgefühl der Fans stärken soll. Trotz Corona sei es wichtig zusammenzukommen. Es geht in den Lyrics darum, direkt zu sagen, was Sache ist und nicht um den heißen Brei zu reden. Auch der Track ist bereits 2017 entstanden und hat leichte PRIMAL FEAR Allüren. 

Es wird also etwas Power-Metallig auf der Platte und natürlich gibt es auch "Hey Hey Hey"-Passagen, um live mitzugröhlen. Der Track wurde gereampd, Manni hat alle Gitarren eingespielt und auch teilweise zu Hause aufgenommen. Die Gitarrenspuren wurden dann im Studio mit dem Produzenten zusammen fertiggestellt. Auch hier gibt es wieder Backing Vocals von Bernie.

 

4. "From Driven"

In "From Driven" geht es darum, selbst zu bestimmen, was man tut und nicht von anderen getrieben zu werden. So hätte der Track eigentlich "From Driven to Drive" heißen sollen. In dem Song geht es auch um die Emotionen von Bernie, der letztes Jahr kurz vor einem Burnout stand. Manni hat allerdings auch die Lyrics mitgeschrieben und schon 2019 damit angefangen. Es geht darum, eigenverantwortlich zu handeln. Der Song ist bewusst musikalisch von BLIND GUARDIAN inspiriert.

 

5. "Flap of a Wing"

Der fünfte Track ist wohl der poppigste Song der Platte. "Flap of a Wing" beruht lyrisch auf dem Phänomen des Butterfly Effects. Dieser soll allerdings positiv ausgelegt werden. Egal, wie klein Deine Bewegung in die richtige Richtung ist -  fang an Dich zu bewegen und änder etwas an der derzeitigen Situation, wenn Du damit unzufrieden bist.

Dabei handelt es sich hier um einen "Mika Song", der sich von einfachen Melodien von SYMPHONY X inspirieren lassen hat. Er erstellte die Noten und Manni machte die entsprechenden Riffs daraus. Mika ist der Bassist von GODSLAVE.

 

6. "Hail to the King"

Hierbei geht es um das wissenschaftlich belegte Phänomen, dass man den Nerv der Amygdala angeblich trainieren kann, um bei Reizen nicht impulsiv zu handeln. Quasi erst mal nachzudenken, bevor gesprochen wird und nicht impulsiv um sich zu schreien, wenn man angegriffen wird.

Es geht also um den "King Kortex", wie Manni sagt, der trainiert wird und die Führung erlangen soll, um den Feind zu besiegen. Dieser Track wurde musikalisch von JUDAS PRIEST inspiriert. 

 

7. "Show me your Scars"

Im siebten Track geht es darum, seine Wunden nicht zu verstecken. "Wenn Du Wunden hast, können sie nur heilen, wenn sie an der Luft sind, daher sollte man sie nicht verstecken", sagt Bernie. Man soll sich nicht selbst verleugnen und aufhören zu Schweigen.

Zu dem Track ist ein Video geplant, in dem Band und Crew ihre Wunden zeigen wollen. In diesem Song gibt es ein besonderes Instrument zu hören - ein Cello! Das soll den Gefühlssturm ausdrücken und damit auch in die tiefsten Lagen vordringen. Dafür hat GODSLAVE extra eine Cellistin engagiert.

 

8. "I am what is"

Hierbei handelt es sich wieder um einen Song von Mika. Lyrisch geht darum, dass es wichtig ist, wie man jetzt ist und nicht wie man mal war oder was hätte sein können. Man ist der Mensch, der man jetzt ist und nicht seine Vergangenheit. 

In diesem Track gibt es einen Gast Gitarristen: Damian von DESTRUCTION.

 

9. "See me in a Crown"

Etwas ungewöhnlich, aber ja - der Song ist von BILLIE EILISH inspiriert. Und es geht, wie der Titel bereits verrät, darum, wie man einen anderen Menschen wahrnehmen würde, wenn man ihn in einer Krone sehen würde. "Dann wüsstest du, wie cool ich bin", zitiert Bernie den Song der Künstlerin. "Aber deine Meinung interessiert mich nicht." - Das ist die Aussage dahinter. Es geht wieder darum, zu sich selbst zu stehen und nicht von der Meinung anderer abhängig zu sein.

"See me in a Crown" ist der älteste Song der Platte und bereits 2016 entstanden. Hier spielt Manni eine siebensaitige Gitarre, um extra Akzente zu setzen.

 

10. "Final Chapter First"

Auch hierbei handelt es sich wieder um einen Mika Song. Der Song entstand bei einer Songwriting-Session in einem Ferienhaus. "Final Chapter First" hat eine "krass positive Melodie", sagt Bernie. Lyrisch geht es darum, das letzte Kapitel seines Lebens zuerst zu schreiben und sich nicht von anderen das Buch des Lebens vorschreiben zu lassen. Man sollte immer ein Ziel vor Augen haben und wissen, wer man sein will.

Hier sind musikalische Einflüsse von PRIMAL FEAR und HALLOWEEN deutlich zu hören.

 

"Das ist unser emotionalstes und wichtigstes Album", sagt Bernie zum Schluss der Pre-Listening Session. Zum Release im Juli plant die Band bereits eine "Art Release Party". Ihr dürft also gespannt sein!


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