Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 56

Veröffentlicht am 31.05.2021


 

LIFEDRAINER (Deathcore, Oberösterreich)
 

A Desolated Place (EP, 01.05.2021)

  • 1. A Desolated Place
  • 2. Vicious Cycle
  • 3. Sorrowbringer
  • 4. Early Grave
  • 5. Kinslayer
  • 6. The Arsonist


Dass es in Oberösterreich so enige Krawallbolzen gibt, das sollte schon bekannt sein. Ganz neu auf der Landkarte sind die Herrschaften von LIFEDRAINER, die Genretechnisch keine Gefangenen machen und gleich mal die Deathcore-Keule rausholen und damit kräftig am Watschenbaum rütteln. Je garstiger das Gegurgel desto romantischer, je brachialer die Breakdowns, desto liebreizender das Gebräu, könnte man also sagen.

Dabei startet die Debüt-EP „A Desolated Place“ mit dem gleichnamigen Intro und auch dem melodischen Riff des darauffolgenden „Vicious Cycle“ ziemlich harmlos – ehe garstiges Gekeife ums Eck biegt und kellertief gestimmte Gitarren allen Omis im Salzkammergut die Lockenwickler aus der schütteren Haarpracht fegen. Das derbe „Sorrowbringer“ mit seinen kompromisslosen, Breakdownlastigen Strophen bringt die Haare sodann selbsttätig zum Kräuseln (die Innereien zartbesaiteter Personen vermutlich gleich mit), dass man hofft, dass sich niemand ins „Early Grave“ verabschiedet – selbiges shreddert die Leichenteile mit seinen brachialen Klängen nämlich in kürzester Zeit. „The Kinslayer“, eine schräge Mischung aus Interlude und harschem Grunzgeprügel, führt die Stilistik des Intros mit Deathcore-Eruptionen zusammen, aber lässt den Hörer ob seiner Kürze ein wenig ratlos zurück. Dafür serviert „The Arsonist“ zum Abschluss noch einmal die volle Breitseite wüstesten Stakkato-Breakdowns und Gegurgels, das man nur noch schwer menschlichen Ursprungs identifizieren kann – die eingebetteten, nahezu sphärischen Klänge, die gerade gegen Ende hin einen markigen Kontrast zum zähen Grollen aus dem Tonkeller bieten, geben dem Rausschmeißer ansprechenden Pepp.

Darfs ein bisserl gröber sein? Aber gerne doch! LIFEDRAINER sind vielleicht soundtechnisch noch ein klein Bisschen verbesserungswürdig (noch knackts keine Schädeldecken oder zerrt Gedärme aus dem Leib...), aber die Truppe bietet so einige interessante und mutige Ansätze auf einem soliden, ansprechend derben Deathcore-Grundstock. Wer sich gerne Nachmittags im Homeoffice ohne Betäubung die Beißerchen aus der Kauleiste operieren will, der hat mit „A Desolated Place“ genau den richtigen Soundtrack dafür. Ein starkes Debüt, bei dem man gespannt ist, wie sich die Band entwickelt!

3 / 5
 

LIFEDRAINER sind auf Facebook und bei Bandcamp vertreten – die EP könnt ihr auch an Ort und Stelle streamen:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: TRIPTONUS (Progressive Rock, Wien)
Seite 3: EISENHAND (Heavy Metal, Oberösterreich)
Seite 4: LIFEDRAINER (Deathcore, Oberösterreich)
Seite 5: OLD BZNZ (Classic/Hard Rock, Steiermark)
Seite 6: HARROWIST (Hardcore, Steiermark)


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