Flusensieb Mini #82 - Drei vergessene Metal-Platten

Veröffentlicht am 19.07.2021

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

VAZIO - Eterno Aeon Obscuro

Die LP-Debüt-Prügelorgie der brasilianischen Hate-Crime-Schuldigen VAZIO „Eterno Aeon Obscuro“ erschien schon im Frühjahr 2020, hallt aber bis heute in meinen Gehörgängen nach – oder ist das der Tinnitus? Black Metal der okkult-gewaltigen Art. So gemütlich wie ein Sonntagsspaziergang. Ohne Schuhe. Über Lava. Entspannt wie eine Sommernacht in einer Hängematte. Voller tollwütiger Ratten. Über einem brennenden Scheiterhaufen. So liebevoll wie eine Umarmung. Einer Bärenfalle. Voller Maden. Verstanden? Das ist heftig fieser Stoff! Also keine Macht dem Black Metal, liebe Kinder! (jazz)


 

KARDASHEV - The Baring Of Shadows

Die selbsternannte Deathgaze-Formation KARDASHEV hat es sich zur Aufgabe gemacht, schöne, aber zugleich heavy Musik zu kreieren, die sich lyrisch u.a. mit Liebe, Verlust, Altruismus und Wissenschaft beschäftigt. Vorliegende LP ist eigentlich nur eine Neuveröffentlichung der letztjährigen EP, die um die Intrumental-Versionen der vier Songs ergänzt wurde. Eine konträre, aber erfolgreiche Vermischung verschiedenster Genres ist den Amerikanern auf „The Baring Of Shadows“ auf ganzer Linie gelungen. Engelsgleicher Klargesang im Einklang mit Doublebass, atmosphärischem Post Rock, Growls und Deathcore-Elementen - um die musikalische Diversität der Band anzureißen. Einnehmend, atmosphärisch und wunderschön. (AO)


 

MELKOR - Brandmale

MELKOR! Melchor? Nein, MELKOR! Hat das was mit Melken zu tun? Nein, das ist der Oberboss von Sauron (quasi Satan) in Tolkiens Fantasy-Universum. In diesem Fall aber ist es Patrick Baumann aus Mainz, der mit „Brandmale“ im Alleingang die dritte Langspielplatte seines Musikprojektes raushaut. Finster-brutales Schwarzmetallgewitter mit einigen atmosphärischen Parts und heiser-kratzigen Vocals auf Deutsch. So ballerkloppen sich auf hohem Niveau knappe 55 Minuten Schmerz ins Ohr, die stets ungemütlich bleiben, aber kaum langweilen. Die brutale Stimme wird jedoch selbst den einen oder anderen Genrefreund abschrecken – aber wer behauptet schon, Black Metal wäre gefällig? MELKOR jedenfalls nicht! (jazz)


 

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