Flusensieb Mini #83 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 02.08.2021

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

ANGSTKVLT - Follow And Obey

Im halbdüsteren Bayern verbreiten neuerdings ANGSTKVLT Bedenken und Beklommenheit. Für Angst und Schrecken hat es leider nicht gereicht. Die beiden Kultisten B. und H. reichern ihren eher zaghaften Hard Rock mit etwas Gruselstimmung an oder spielen halbgaren Grey Metal (also Black Metal light) und lassen in holprigem Englisch mit sehr deutscher Aussprache nicht sehr nüchtern wirkende Vocals erklingen, die nur mit viel gutem Willen dem Extreme Metal zugeordnet werden können. Da es sich bei „Follow And Obey“ um ihr Debüt handelt, würde ich ungern arg darauf herumhacken, aber wenn die beiden mit ihrer Musik mehr beabsichtigen, als etwas Spaß zu haben, dann machen sie mir doch irgendwie Angst! (jazz)


 

VALTARI - Titan Fall

VALTARI ist das seit 2010 existierende Ein-Mann-Projekt des Australiers Marty Warren. Auf „Titan Fall“ zeigt Warren mit Melodic Death, Black, Gothic und Modern Metal eine große Bandbreite an Einflüssen und viel Leidenschaft für das Geschaffene. Während des Hörens denkt man oftmals an frühe IN FLAMES oder die Landsleute von BE’LAKOR. Warren bindet aber auch gerne Ambient-Elemente, weibliche Vocals und harmonische Piano-Klänge ein, die für einen fließenden Übergang der Gemütszustände sorgen. Vor allem mit dem finalen Power-Trio ist VALTARI ein gelungener Abschluss geglückt. Ein solides Album, das nicht zuletzt wegen des „one man show“ Stempels mindestens einen Hördurchgang wert ist. Anspieltipp: „Follow“. (AO)


 

ENDARK THE BRIGHTNESS - Transgression

Was für eine tief bewegende Ruhe! Was für eine wunderbare, über alles hinwegrollende Macht! „Transgression“ ist die dritte Platte des Schweizer Duos ENDARK THE BRIGHTNESS. Musikalisch wird hier Atmospheric Black Metal mit reichlich Funeral Doom angereichert – insbesondere mit langsamem, schwerem Death-Gesang. Mal walzt das schwarze Grauen durch die Gehörgänge, mal flüstern ganz ursprüngliche Ängste dem Unbewussten Trauergründe ein, mal erhebt sich epochale Größe und erinnert an die eigene Winzigkeit, mal erlischt eine stumme Hoffnung im kosmischen Nichts. 43 Minuten genussvoll durchdringende Verdunkelung! (jazz)

 


 

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