Flusensieb Mini #87 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 04.10.2021
Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 

 

DREAD SOVEREIGN - Alchemical Warfare

Dass sich nicht alles in Gold verwandeln lässt, zeigen DREAD SOVEREIGN auf ihrem dritten Studioalbum „Alchemical Warfare“. Das irische Doom Metal Trio zelebrierte auf ihren ersten beiden Alben („All Hell's Martyrs“ und „For Doom The Bell Tolls“) sehr gemächlichen schweren Doom, mit Black Metal Einflüssen und gelegentlichen psychedelischen Passagen, ohne in Stoner Rock abzudriften. Obwohl man auf „Alchemical Warfare“ auch solche Nummern findet („Ruin Upon The Temple Mount“), wirken die Songs insgesamt kürzer und die Black Metal-, und psychedelischen Anleihen sind dominanter. Zum Teil muten die Songs auch old school Metal an, etwa „The Great Beast We Serve“. Gut, aber nicht außergewöhnlich. BS


 

SUREMAD – Thronfall

4 kg grob gehackter Death Metal

3,5 Liter Black Metal

750 g heftig rotziger Punk

1 Prise Post-Metal

Um das Debütalbum „Thronfall“ der brandenburgischen SUREMAD zu backen, werfe man alle der oben angegebenen Zutaten aus dem zweiten Stock einer baufälligen Kaserne in einen Schredder. Nicht getroffen? Scheißegal! Stell dich nicht so an! Hör auf, hier alles auseinandernehmen zu wollen und gib dich einfach mal dem dreckstarken Lärmgemetzel des übelst ausrastenden Quartetts hin! Reinhören und aufdrehen, wenn du nicht gerade der Typ Mensch bist, der bei ein paar Wasserringen auf dem Couchtisch gleich rumheult! (jazz)


 

SUSEMIHL - Alienation

Nach Mitwirkung an Alben von SINNER und U.D.O. ging es für ANDY SUSEMIHL mit einigen nicht wirklich nennenswerten Bands und Projekten weiter, darunter auch mittlerweile fünf Soloalben. 1995 erschien das erste, „Life Among the Roaches“. Das neueste „Alienation“ ist, nach seinem Deutschrock Album „Alles wird gut“, stilistisch näher am Debüt. SUSEMIHL macht zahmen, melodiösen Hardrock. Kein typisches Gitarrenvirtuoso-Album wie man es von einem Steve Vai oder Marty Friedman bekommt, sondern gefällige, leicht zugängliche Kompositionen wie „Another Day Another Turn“,„Monkey Time“oder „So Tired“. Manchmal ist das Album auch schlicht langweilig („Hands On The Wheel“, Billion Dollar Light Show“). BS


 

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