Flusensieb Mini #90 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 11.01.2022

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

CRYPTAE – Decrepit Collection

Niederlande 2021, ein extremmetallisches Duo gedenkt der alten Tage und bringt sein erstes Demo und seine erste EP als Compilation neu raus. Kann man machen. Aber macht man das auch, wenn diese beiden Werke erst vor wenigen Jahren erschienen sind? Klar! Denn so werden wir endlich aufmerksam auf heftigsten experimentellen Raw Death Metal mit Doom-Einschlag. Wie viele blutende Ohren hätten wir sonst verpasst? Aber die gute Art von blutenden Ohren! Gibt es das? OK, stoppen wir den sensationsgeilen Investigativstil und machen wir es kurz: CRYPTAE ist kein easy listening, aber für alle, die extrarohen Death Doom reizvoll finden, ist die „Decrepit Collection“ definitiv das Ohrenbluten wert! (jazz)


 

TRAGEDY - Disco Balls To The Wall

TRAGEDY (vollständiger Name: TRAGEDY: ALL METAL TRIBUTE TO THE BEE GEES & BEYOND) dürften zumindest regelmäßigen Summer Breeze Besuchern ein Begriff sein, denn dort gehören die sympathischen Amis mittlerweile zum Festival-Inventar. Gestartet, um der Metalwelt die grandiosen Hits die Gibb-Brüder im entsprechend hartwurstigen Gewand näher zu bringen, covern TRAGEDY mittlerweile alle Hits, die nicht bei drei auf der Discokugel sind. MUSS man gehört haben, und deswegen gibt es jetzt mit "Discoballs To The Wall" ein Best-Of-Album, das einen guten Querschnitt des Schaffens der liebenswerten Chaoten-Truppe bietet. 


 

AMENRA - De Doorn

Der „Mass“-Zyklus ist beendet, mit „De Doorn“ wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Es ist das erste Album, das komplett in Flämisch aufgenommen wurde. Ansonsten hat sich im Hause AMENRA nicht viel verändert. Auf dem fünften Langspieler wird erneut zu einem atmosphärisch-brachialen Rundumschlag ausgeholt, mit nicht ganz so fliegenden Wechseln. Von Beginn an durchweg einnehmend („Ogentroost“, „Het Gloren“), bis hin zum überlangen Rausschmeißer „Voor Immer“ mit Variation aus Tempo Minimierung, flämischem Monolog und harschem Wechsel zum signature Gefilde. OATHBREAKER-Sängerin Caro Tanghe stellt die weibliche Gast-Stimme. Tod, Abschied, Schmerz – ein zeitloses Konzept, Abnützungserscheinungen lassen AMENRA nicht erkennen. (AO)


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