Flusensieb Mini #92 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 31.01.2022

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

EXTREME COLD WINTER - World Exit

Zwölf Jahre nach ihrer Gründung lassen uns die niederländischen EXTREME COLD WINTER endlich in voller Länge in ihre Klangwelten eintauchen. „World Exit“ ist ein Death-Doom-Werk, das eine gelungene Ausgewogenheit der Genres Death und Doom hält. Darüber hinaus bringt es vor allem Gravitas und eine leicht epische Machart mit. Untergründigkeit, Kratzigkeit und Misstöne braucht man nicht suchen. Alles klingt rund und mächtig. So gut gemacht, dass manchem Genrefan ein Hauch Dreck und eine Prise Hässlichkeit fehlen könnten. Wer seine Dosis Death Doom aber gern auf sauber produziertem Mainstage-Niveau mag, sollte unbedingt hier reinhören! Dieser extrem kalte Winter ist eiskristallklar! (jazz)


 

GRÀB – Zeitlang

Die neue Band um den Ex-Sänger von DARK FORTRESS Azathoth, der sich mittlerweile Grànt nennt, hat mit ihrem Debüt wahrlich ein ganz besonderes Black Metal Album vorgelegt. In der Tradition von LUNAR AURORA präsentieren GRÀB der Hörerschaft neun lange und teils überlange Kompositionen aus rauem, aber melodischen Black Metal alter Schule, atmosphärischen Keyboard-Teppichen, gepaart mit folkloristischen Elementen und Instrumenten wie Hackbrett, Zither und Alphorn sowie Texten in bayrischer Mundart, die im Jahr 2021 ihresgleichen suchen dürften. Absolut empfehlenswert! (EL)


 

ABSTRACTER – Abominion

Grimmig dräut ein angstgetürmter Schattenkoloss – bis die schwarze Welle apokalyptisch bricht. ABSTRACTER errichten crusty sludgy Doomberge, kippen aber ordentlich deep dark blackened Beklemmungspech über die Szenerie. Man fühlt sich also nicht nur der gewaltigen Urmacht der unendlich unbarmherzigen Natur ausgeliefert, sondern auch noch dem ewigen Chaos der allgegenwärtigen Endlichkeit. Verstanden? „Abominion“ lässt den Hörer sich klein und unbedeutend fühlen – und darüber hinaus auch noch unbedeutend und wertlos. Wer in der Ausweitung dieser Einordnung auf die Menschheit Beruhigung empfindet, sollte dem vierten Album der kalifornischen Truppe mindestens probeweise ein Ohr leihen! (jazz)


Mehr Flusensieb!

Á


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