Flusensieb Mini #93 - Drei übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 09.02.2022

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen. 


 

ETHEREAL SHROUD – Trisagion

ETHEREAL SHROUD existieren nicht mehr. Leider - muss man in diesem Fall sagen. Denn das von Joe Hawker 2013 ins Leben gerufene Projekt war mir speziell durch den zweiten Longplayer doch sehr ans Herz gewachsen. Und es soll zumindest hier eine kurze Erwähnung finden, denn "Trisagion" enthält über eine Stunde feinsten atmosphärischen Black Metal, gegossen in drei überlange epische Tracks, die dazu einladen, die Augen zu schließen und einfach treiben zu lassen. Trotz der enormen Spieldauer der einzelnen Stücke wird "Trisagion" beim Hören zu keiner Zeit langweilig, dafür sorgen Tempowechsel, tolle Melodien, integrierte Akustikparts, oder wie im ersten Stück eine Gastsängerin. Unbedingt anchecken! (EL)


 

GOATPSALM & HORTHODOX – Ash

GOATPSALM sind wir zuletzt auf der 15. Etappe der Funeral-Doom-Reise durch Russland begegnet. Nun kollaboriert die nur widerspenstig ins Ohr findende Ambient-Funeral-Doom-Band mit HORTHODOX, einem Dark-Ambient-Industrial-Noise-Projekt, das erst recht nicht für leichten Hörgenuss bekannt ist. Ihr gemeinsames Werk heißt „Ash“ und ist erstaunlich erträglich für die Trommelfelle. Begründen lässt sich das durch die vorwiegende Ruhe und Reduziertheit der Platte, die sich eher bei Dark Ambient Folk einordnen lässt. OK, OK, doomy und noisy ist die gute Stunde milden Krachs trotzdem! Dabei wird der schmale Grat zwischen verstörender Schönheit und verzauberndem Ekel geschickt gehalten. Nicht schlecht! (jazz)


 

DEBER – Aspire To Affliction

Die Welt versinkt in pandemischer Hässlichkeit. Selten war der Zeitpunkt also passender, eine Funeral-Doom-Band zu gründen. Dachten sich wohl auch David und Kribbe aus Schweden. Mit DEBER erfinden sie – zumindest auf dem Debütalbum „Aspire To Affliction“ (dt.: auf das Leiden zustreben) – das Genre nicht neu, aber treffen dafür auf eine recht oldschoolige Weise seinen Kern. Dabei werden weniger die Extreme von Lethargie und Trauer als ihre ausdrucksstarke Vermengung bewirkt. Damit ist das Duo definitiv eine Adresse für Funeral-Doom-Fans, die vielleicht nicht gleich elendig an ihren Tränen ersticken wollen, wenn sie gefühlvollen, langsamen, düsteren Metal genießen. (jazz)


Mehr Flusensieb!


WERBUNG: Hard
ANZEIGE