Flusensieb Mini #99 - Drei vergessene Metal-Platten

Veröffentlicht am 22.06.2022

Manchmal muss es der kleine Happen für zwischendurch sein. Das FLUSENSIEB MINI bietet kleine Ohrenfreuden oder schwer verdauliche Schwermetall-Partikel - das kommt einzig und allein auf den Genießenden an. Auf jeden Fall schneller zur Hand (oder am Ohr) als der berüchtigte Gang zum Kühlschrank - zumindest fällt das Sich-Schwerfällig-Von-Der-Couch-Erheben weg. Viel Spaß mit den drei fast überhörten (unerhört-en!) Platten, die hier noch einmal die letzte Möglichkeit haben, zu gefallen.


 

SONATA ARCTICA - Acoustic Adventures-Volume One

Mit „Acoustic Adventures – Volume One“ begeben sich SONATA ARCTICA auf eine akustische Reise. Einige ihrer Hits und auch solche, die dem geneigten Hörer eher überraschend vorkommen mögen, werden völlig neu interpretiert. Immerhin passt zu diesem Anstrich die zuletzt sehr dünne Produktion der Finnen, die gerade auf den vergangenen zwei Studioalben leider ein großes Manko war. Manche Songs überraschen mit einer ordentlichen Portion Melancholie wie etwa der Opener „The Rest Of The Sun Belongs To Me“, andere wirken fast schon virtuos wie das fulminante „Wolf And Raven“, das in Sachen Geschwindigkeit dem Original treu bleibt. Ob ich jetzt zwingend eine Ballade wie „Tallulah“ oder das ohnehin schon akustisch anmutende „Alone In Heaven“ in einer derartigen Neuauflage gebraucht hätte? Wohl eher nicht. Für den absoluten Hardcore Fan möglicherweise einen Blick wert, ansonsten aber eher blass und nicht zwingend die spannendste Überbrückung bis zum nächsten Studiowerk. (sonata)


 

EQUILIBRIUM - Sagas (Re-issue)

Nach etwa 13 Jahren bekommt das Zweitwerk der sympathischen Truppe von EQUILIBRIUM ein Re-issue für einen schönen Vinyl Release und auch nach so langer Zeit besteht das Werk den Test der Zeit. Was damals mit virtuosen und zugleich wunderschönen verspielten Melodien funktioniert hat, ist auch heute noch bestens geeignet, um den geneigten Pagan/Folk Metal Hörer zufriedenzustellen. Kracher wie „Wurzelbert“ oder „Blut Im Auge“ lassen sich gut als Klassiker an und das karibische „Unbesiegt“ beschert mir noch heute ein Schleudertrauma. Der Sound ist zeitlos und die grandiose Orchestrierung von Mastermind René Berthiaume setzt auch 2022 noch Maßstäbe. Dieses Level haben EQUILIBRIUM danach nie wieder erreichen können, wenn wir vom aktuellsten Werk „Renegades“ mal absehen, das durch seine Andersartigkeit zu bestechen wusste. Long live „Sagas“! (sonata)


 

KORN - Requiem

Mit knapp einer halben Stunde Spielzeit und „nur“ neun Songs ist „Requiem“ das wohl kürzeste KORN Album, aber wie man zu sagen pflegt, liegt ja in der Kürze die Würze. „Requiem“ bietet eine gesunde Bandbreite an modernen Trademarks und ist trotzdem so nah an den Frühwerken der Band wie kaum ein Album aus dem Zeitraum der jüngsten Diskografie. „Forgotten“ hat diesen bedrückend psychedelischen Sound inne, der in den Strophen Ruhe ausstrahlt und in Bridge respektive Chorus ausbricht. „Let The Dark Do The Rest“ könnte locker  auf „Issues“ oder „Follow The Leader“ stehen und selbst die gesamte Produktion mutet die Liebe zu diesen Alben an. „Lost In The Grandeur“ hat einen spannenden Groove inne und spielt mit vielen Synthie Sounds, die das Gesamtkonstrukt abwechslungsreicher wirken lassen. Trotz der kurzen Spielzeit ist „Requiem“ eine gelungene Hommage an die eigene Vergangenheit, ohne sich dabei anzubiedern. Nostalgie trifft 2022! (sonata)


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