ANVIL! Die Geschichte einer Freundschaft

Veröffentlicht am 21.06.2010

Bevor man alternde Fans mit Rauschebart bei einem ANIVIL Gig Bier durch die Nase trinken sieht, berichten Größen wie Slash und Scott Ian über ihre Erfahrungen und Einstellungen zu ANVIL. Jeder hat bekanntlich seine fünfzehn Minuten Ruhm und im Falle von AVIL handelte es sich eben wirklich nur eine viertel Stunde. Sänger „Lips“ ist sich dessen vollkommen bewusst, jedoch ist das für ihn und seinen besten Freund und Schlagzeuger Robb Reiner kein Grund die Musik an den Nagel zu hängen. Die Dokumentation begleitet ANVIL auf einer Tour mit Gigs in Schweden, Spanien, Griechenland etc. und zeigt familiäre Hintergründe der Band.

Als ein Beweis für schlechtes Zeitmanagement stellte sich ein Auftritt in Tschechien heraus bei welchem der Band, die zwei Stunden Verspätung hatte, die Gage verweigert wurde.
Geldprobleme machten sich bei der Aufnahme für das Album „This is Thirteen“ bemerkbar. Um Geld aufzutreiben jobbte Sänger „Lips“ sogar in einer Telefonmarketing Firma. Sein ehrliches Gemüt und seine aufrichtige Art machten es aber beinahe unmöglich für ihn, damit Geld zu verdienen.

Dies ist der Zeitpunkt, an dem die enge Beziehung zu seiner Familie und seiner Schwester, die ihn für die Albumaufnahmen finanziell unterstützt, in den Mittelpunkt gestellt wird. Steve „Lips“ Kudlow ist ein Familienmensch. Seine Frau bezeichnet sich als „Heavy Metal Wife“ und der blonde Sprössling trägt, wie sein Vater, seine Mähne lang. Beim Badminton spielen und familieninternen Gesprächen wird man in gefühlvoller Weise über die Kindheit und Hintergründe des Sängers unterrichtet.

Nicht nur die enge Beziehung zur Familie sondern auch zu seinem Schlagzeuger Robb Reiner wird detailreich dargestellt. Ein gefühlgeladener Streit um negative Energie bei den Albumaufnahmen zu „This is Thirteen“ in England führte beinahe zur Trennung der engen Musikerkollegen. Nach einiger Besinnungszeit wird jedoch mit zitternden Unterlippen und brüderlichen Umarmungen gezeigt, dass es schon mehr braucht um diese Freundschaft zu zerstören.

Gegend Ende des Streifens erleben ANVIL nach der freudigen Nachricht eines Japan Gigs nochmals eine Enttäuschung. In Tokio angelangt erfahren sie, dass ihr Auftritt bereits für 11:45 Vormittags angesetzt ist. Aus Erfahrung weiß man eben, dass um diese Uhrzeit die Halle nur spärlich gefüllt sein wird. Mit hängenden Mundwinkeln versuchen ANVIL jedoch den Sachverhalt zu relativieren und beschließen alles zu geben und die Freude am Spielen einfach zu genießen.

Die sympathische Darstellung der Band, die sich eigentlich nie aufgelöst hat und im Hintergrund konstant weitergelaufen ist, während andere Bands teilweise ihren Zenit erreichten, wieder untergingen oder sich neu formierten, regt zum Nachdenken an. Beim Zusehen entscheidet man automatisch, von nun an jeder noch so kleinen Vorband eine Chance zu geben, denn es gibt Bands, die sich trotz vieler Rückschläge immer noch bemühen- und ANVIL ist eine davon.


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