BEHEMOTH - Das 'Opvs Contra Natvram' Gangbang-Review

Also hüpfen wir mal wieder mit dem Lieblingsbarbier des finsteren Höllendämons in die Kiste, schlachten eine Ziege, zerreißen eine Bibel und schänden eine paar Jungfrauen – als Nachtisch im ewigen Fegefeuer der schwarzmetallischen Verdammnis gibt’s dann veganes Hundefutter (wobei vegane Hundekekse gar nicht schlecht schmecken – aber fragt jetzt bitte nicht woher und warum ich das weiß...). Als Soundtrack des Schlachtbanketts in Luzifers Hallen fungiert "Opvs Contra Natvram" – alleine die Verwendung des enorm TRVEN Buchstabens (OK, wenn man zu ovt reinsticht leiert es doch etwas aus...Mann, war der schlecht [Anm. d. Gangbang-Beauftragten: ist das nicht Sinn und Zweck der Gruppenliebe?!]) und das opulent-stimmig satanische Cover (Krucifiception!) qualifiziert schon einmal zur Befriedigung schwarzer Herzen und die Verschachtelung durchbohrter Füße nötigt selbst einem H.C. Escher ein anerkennendes Nicken ab (vermutlich hat es auch dem Kollegen Lustig ein wenig die Gehirnwindungen verdreht, dass er ein Streichholz spannender fand...).

Doch seien wir mal ehrlich – an "The Satanist" gibt’s eh kein Vorbeikommen mehr. Dagegen verreckt einfach alles schon auf der Treppe zum Höllenthron. Legen wir die Messlatte also lieber am direkten Vorgänger, dem enorm vielfältigen "I Loved You At Your Darkest" an. Und hier kommen BEHEMOTH ganz und gar nicht schlecht weg – der inzwischen zwölfte Studiodreher von Nergal und seinen Mannen hält das Niveau und spinnt den begonnenen Faden konsequent weiter. Löblich hervorzuheben ist vor allem, dass die zwar recht moderne Produktion kurz irritiert, aber dennoch genügend Schub gibt, um sowohl den Orchesterbombast als auch die rabiaten Riffs und das grantige Gekeife des Zeremonienmeisters (für sanftere Gesänge wenden Sie sich bitte an ME AND THAT MAN, liebe Kollegin Brandt – das hier muss im Gehirn kratzen! [Anm. d. Satanist-Outlaw-Country-Beauftragten: deren Alben haben derweil auch ganz klar den Schwingel vorn!]) angemessen satt in Szene zu setzen.

Soweit so gut. Die Songs beackern die komplette Palette von knackig-kurzem Wüterich wie "Amalaria Vvlgata" bis hin zu zäher, fast etwas langatmiger Lava wie "Ov My Herculean Exile" (für Anmerkungen zur inflationären Verwendung von Buchstaben und deren abstrakt ähnelnder Geschlechtsteile, siehe oben – nochmal bring ich den jetzt echt nimmer [Anm. d. Justizbeauftragten: dann kämst du auch für ein verspätetes Gastspiel zu Christine W. in die Spandauer Liebeszelle!]), sind perfekt komponiert, ausgearbeitet und in Szene gesetzt...aber lassen irgendwie die Atmosphäre vermissen. Wo einem selbst auf den sperrigeren Stücken des Vorgängers noch der ein oder andere wohlige Schauer über den Rücken glitt, so bleibt die Erpelpelle beim aktuellen Rund so aalglatt wie frisch gebügelt. Alles ist dort wo es sein soll, bist ins letzte Detail ausgearbeitet – ok, das eindeutig zu ausufernde Intro klammern wir hier mal aus – aber dieser kleine Klick, wo das Gehirn in den Soundwelten einrastet und sich die Gedanken in der tonale Deibelbeschwörung verlieren lassen, der findet auf "Opvs Contra Natvram" leider nicht statt.

So bleibt das zwölfte Vollrund der polnischen Statanistenmeute das, was es ist – ein im Prinzip  rundherum gelungenes Album mit starker Produktion, gutem Songwriting und guten Songs. Aber eben auch nicht mehr als das. Es passt zwar alles, doch es bleibt auch nach vielen Durchläufen (im Gegensatz zu manch anderer Meinung in der Fachpresse, denn Schönhören funktioniert vielleicht bei einfachen Gemütern - sagt euch das Ö3-Prinzip etwas?) ein nur "gutes" aber nicht in olympische Höhen, äh Höllentiefen erwachsendes Album. Das können BEHEMOTH einfach besser. Oder ich werd' einfach alt...

[abschließende Anm. d. Org-Gang-Isators: oder BEHEMOTH werden alt! Du, meine werte Kollegin, hast es immerhin geschafft, mit Ausnahme des Brandschutz-Beauftragten das komplette Stormbringer-Beauftragtenwesen auf's Parkett zu locken! Aber wie du schon schreibst, scheint Feuer dieser Tage Mangelware zu sein...]

3,5 / 5,0 - Anthalerero


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Christian Wiederwald
Seite 4: Ernst Lustig
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Michael Walzl
Seite 7: Sophia Brandt
Seite 8: Fazit


WERBUNG: Hard
ANZEIGE