BEHEMOTH - Das 'Opvs Contra Natvram' Gangbang-Review

Schickes Cover. Kann man nix sagen, Herr Nergal. Wobei das Optische bei den Polen ohnedies immer ganz vorne dabei ist. Opulent ist beinahe eine Übertreibung, aber das satanische Kreuz auf der neuen Veröffentlichung ist stimmig umgesetzt worden.

Erstmal muss gesagt werden, dass eine moderne Produktion auch durchaus gelungen sein kann und "Opvs Contra Natvram" ist genau das Beispiel dafür. Extrem heavy, aber nicht zu laut und selbst der Schlagzeugsound vermag zu überzeugen.

Das Intro zieht sich ein bisschen, man kann die Ankunft des Deibels auch direkter ankündigen. Andererseits, wer bin ich, dies zu wissen. Nergal ist in Sachen Luzifer wohl trittfester als ich.

Mit "Malaria Vvlgata" fegt klirrend in zwei Minuten durch die Amygdala und zeigt selbst in so kurzer Zeit, dass man das, was BEHEMOTH gut machen, auch unter neun Minuten machen kann.

Episch wird's bei "The Deathless Sun", die Chöre sind eher vernachlässigbar, dafür gefällt mir die rotzige Stimme des Hauptprotagonisten ganz gut. Der Song eher nicht. "Ov My Herculean Exile" zeigt, dass man sogar mit einem knapp fünfminütigem Song Langeweile entfachen kann. So schlimm ist es natürlich nicht, aber episch ist anders (schön widersprochen innert eines Absatzes, Hr. Wiederwald…).

Und so geht es 43 Minuten dahin. Es ist jetzt nicht wirklich schlecht, dafür sind die Polen generell zu gute Songwriter und Musiker, aber das Album hat zwei Probleme:

1. Man kommt nicht an die 2014 erschiene Machtdemonstration "The Satanist" – daran gibt es auch diesmal kein Vorbeikommen.

2. Auch vier Minuten lange Songs können zu sehr entspannen. Ich möchte nicht den Terminus "langweilig" verwenden, aber "aufregend" passt schon überhaupt nicht. Bisweilen geht mir das Album richtig ein bisschen auf den Wecker. Es wird natürlich seine begeisterten Abnehmer finden und das ist gut und rechtens, aber ich werde nicht darunter sein.

Dass ein Schreiber eines von mir in einer Tabaktrafik durchgeblätterten Periodikums (was soll ich sonst als Ex-Raucher auch in einer Trafik tun) meinte, man müsse sich mit dem Album mehr beschäftigen, um alle Feinheiten erfassen zu können, kann man auch so deuten, dass man verzweifelt nach selbigen sucht, man aber vermutet, dass es selbige nicht gibt.

Schon ein wenig enttäuschend.

3,0 / 5,0 - Christian Wiederwald


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Christian Wiederwald
Seite 4: Ernst Lustig
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Michael Walzl
Seite 7: Sophia Brandt
Seite 8: Fazit


WERBUNG: Hard
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