Helrunar - Niederkunfft

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VÖ: 27.02.2015
Bandinfo: Helrunar
Genre: Death Metal
Label: Lupus Lounge
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Lineup  |  Trackliste

Was man hört stinkt nach Elend, Tod und Pest!

Die Pagen/Black-Metal-Heroen von HELRUNAR melden sich zurück. Nach dem Hochgelobten „Grátr“ (2003), „Frostnacht“ (2005) und der Über-Langrille „Sól“ (2011), eröffnen die Münsteraner mit „Niederkunfft“ ein neues Bandkapitel. Die alten bewehrten Tugenden, wie die mythologisch sehr ausgereiften, nah an Originalquellen gehaltenen, lyrischen Texte und die Verwendung von alten Sprachfragmenten wurden beibehalten und um Klänge des schwedischen Death Metals erweitert. Erzählte man früher von Runen und Odin, behandelt man nun auf der neunen Langrille die Ängste der Menschen aus der frühen Neuzeit. Dazu gehört es wie Arsch auf Eimer, oder eher gesagt zur HELRUNAR Textthematik, dass man sich an der alten deutschen Zunge hält und seine Texte im frühen Neuzeit-Deutsch verfasst hat.

Gleich von Beginn an zeigt „Niederkunfft“ mit seiner menschenverachtenden Kälte, dass hier was ganz Großes durch die Lauschlappen rollen wird. So setzt sich der Titeltrack „Niederkunfft“ sehr verhalten und kalt in Bewegung, wird schneller, aggressiver und entpuppt sich zum Mittelteil hin als Tempo-abwechslungsreiche Niederkunft. Klanglich bis ins kleinste Detail verliebt und das passende Einbringen vom HELRUNAR-Sprachgesang und chorhaften Klagen, wie beim Opener oder „Totentanz“, machen die Nummern zum reinsten Hörgenuss. Die nach vorne stampfenden, alles überrollenden Abrissbirnen „Magdeburg brennt“ und „Der Endkrist“ sind reinste Pfuhle voller schmutziger, fauliger Aggressionen und pusten den Hörer reichlich Pfeffer in den Arsch.

Wie es die Titel „Devils, Devils Everywhere“ und „The Hiebner Prophecy“ schon vermuten lassen, wagen sich HELRUNAR auf dem neunen Rundling - zum ersten Mal in der Bandgeschichte - in englischsprachige Gefilde. So orientiert sich „Devils, Devils Everywhere“ primär an die Quelle „The Discovery Of Witches“ (zu Deutsch: Hexenjäger), ein Buch aus dem 17. Jahrhundert von Matthew Hopkins, welcher seinerseits selbst Hexenjäger war. Die extrem schwere Kost von Song „The Hiebner Prophecy“ ist eine in zwei Teilen gegliederte Nummer. Im ersten Teil wird die ursprüngliche Prophezeiung auf Deutsch vorgetragen und im zweiten Teil startet der Song in englischer Zunge.

HELRUNAR haben nicht weniger als ein weiteres musikalisches Meisterwerk geschaffen. So beinhaltet die Langrille so gut wie keine Schwächen, kommt jedoch auch nicht am Vorgänger „Sól“ heran. Textlich ist die Platte, wie alle HELRUNAR-Veröffentlichungen, keine leicht zu verdauende Metal-Kost. Man braucht schon etwas Zeit, um zum verschleierten Kern vorzudringen und hinter den Metapher-Bergen das Land zu sehen, doch die Mühe und die Reise lohnen sich.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Totentanz“



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (10.04.2015)

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