25.01.2014, Altes Kino Landeck

NOCTURNAL, ERL, TRIUMPHANT

Veröffentlicht am 28.01.2014

Die heutige Ausgabe des Rock Inn-Metalabends sollte als Paket die bislang härteste in der Geschichte des Alten Kinos zu Landeck werden, auch wenn schon Combos wie etwa BLIZZARD, PURGATORY oder IRON KOBRA hier ihre Spuren der akustischen Zerstörung hinterließen, blieb noch genug zum Verwüsten übrig für die heutigen Headliner, die Mainzer Teutonen-Thrasher NOCTURNAL. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei von den Tiroler Black Metallern ERL und den BlackThrashern TRIUMPHANT, die beide schon mit den (Teufels-)Hufen scharrten, dem Hauptact sprichwörtlich Feuer unter dem Hintern zu machen! Rund 120 Black/Thrash Maniacs ließen sich nicht lumpen und marschierten in der winterlichen Tiroler Abgeschiedenheit auf, um einen Abend im Zeichen des "Evil & Metal"-Worships zu feiern! TRIUMPHANT Ich stehe auf Intros... und TRIUMPHANT bedienten diese Vorliebe heute vorbildlich. Das hypnotische "Triumfator" vom in Kürze erscheinenden Album verpasste mir umgehend eine Gänsehaut und kündete vom bevorstehenden Soundinferno, das mit dem neuen "Fullmoon Over Transylvania" sogleich über die zahlreich Anwesenden hereinbrach. Und genau dieser dritte Gig als TRIUMPHANT sollte zugleich der bislang beste werden, da waren sich jene, die die Band schon öfter (auch noch als MANIC DISEASE) gesehen hatten, einig. Die Feuertaufe im Innsbrucker pmk überraschte aus dem Stand, Hall (zum Livereport) war eine Zwischenstation, doch die lässige Landecker Bühne bot endlich die würdigen Bedingungen (samt ausreichend Platz für die Fünfer-Formation), um ein tolles Konzert zelebrieren zu können. Nebel und amtlich infernal-rot/grünes Bühnenlicht zauberten eine magische Stimmung, welche den Black/Thrash-Krachern, die aus der PA donnerten, einen zusätzlichen Kick verpasste. Besonders die in Songs wie "Life Under The Inverted Cross" geschickt eingewebten klassischen Heavy-Metal-Teile und melodischen Gitarren ließen auch die True-Metal-Fraktion hellhörig werden, der Härtner-Rest wurde ohnehin voll bedient. Oft wurde auf diesen Seiten schon über diese Hopefulls geschrieben, dennoch war es auch heute wieder eine Freude, das höllische Bühnentreiben miterleben zu dürfen, als wieder ein Ball aus purer und roher Energie gezündet wurde und alles in einem Rausch aus Haaren, Leder und Nieten zu verschwimmen schien. Geschicktes Arrangieren der Setlist (u.a. fand das DESASTER-Cover "Past... Present... Forever..." seinen Weg ins Programm), ein höllisch dreschender Drummer Leo und die generell fesselnde Bühnenaura des Verwüstungskommandos... dies alles setzt immer wieder neue Akzente in der Präsenz und Strahlkraft dieser Combo, die sich anschickt, die Extrem-Metal-Welt zu erobern!

Es hatte schon seines, wenn Fronter Bekim wiederholt seine beschwörenden Blicke durch das euphorisierte Publikum schweifen ließ und sichtlich die anfeuernden Reaktionen der stetig wachsenden Fanschar genoss, logischerweise wurde "Devotion" den Die-Hard-Metalfans gewidmet, wohingegen "Triumphant" als Bandhymne wohl bei zukünftigen Livegigs unverzichtbar sein wird. Klar ist, dass das in Kürze erscheinende Debütalbum "Herald The Unsung" ein echter Kracher ist und die Band mit diesem Album gehörig Wellen im Underground schlagen wird. Trotz lautstark geforderter Zugaben war nach dem Mitbrüller "Nachzehrer" leider Schicht im Schacht, die Band wächst von Livegig zu Livegig und keiner der anwesenden Fans wurde von dieser tollen Liveperformance enttäuscht, vielmehr wurde Landeck im Sturm genommen!

Setlist TRIUMPHANT:

• Intro • Fullmoon Over Transylvania • Life Under The Inverted Cross • Herald The Unsung • Past... Present... Forever... (DESASTER-Cover) • Triumphant • Devotion • Nachzehrer ERL Endlich durfte man die Tiroler Black Metaller wieder einmal live erleben. Das letzte Konzert im Innsbrucker pmk (zum Livereport) war schließlich schon einige Monate her. Die Bühne in Nebel getaucht, enterte die personell aufgestockte schwarze Einheit die auch für ein Sextett ausreichend dimensionierte Bühne. Die Hölle brach auf und ERL überschütteten die in den ersten Reihen festzementierten Bandjünger mit ihrem unheiligen, blankpolierten Schwarz-Stahl. Die Bühnenmitte regierte Frontmann Carcharoth, der nunmehr ohne Gitarre recht befreit performen und sich auf seinen hysterischen Kreischgesang konzentrieren konnte, der das Soundbild prägte. Flankiert von den Frostriffs der Saitenfraktion (die den charismatischen Fronter auch schreitechnisch unterstützte) und dem fein verlegten Keyboardteppich fegte ein wahrer Feuersturm los, doch leider wurde die Infernis nicht nur auf der Bühne zelebriert, auch soundtechnisch tönte es wahrlich höllisch laut. Klar, Metal muss sehr laut sein, doch dieser Phonsturm vertrieb nicht wenige Besucher aus dem Konzertsaal.

Pluspunkte gab es wiederum für die optische Erscheinung und die Bühnendeko, die genretechnisch ja nicht unwichtig sind, den wütenden Eissturm ideal abrundeten und ihm zusätzliche, schmerzende Nadelstich-Schneeflocken beimengte. Dank des giftigen Lichts und der ausreichenden Bühnendimensionierung kam die teils richtiggehend theatralisch-intensiv angehauchte Performance bestens zu Geltung, gewohnt wurde auch wieder mit Blut hantiert, fehlt zukünftig wohl nur noch offenes Feuer. Sehr stark tönte wiederum "The Last Uprising (Luzifer's Sturmgeschütz)" und als krönender Abschluss gönnte das Sextett dem Publikum noch ihre angeschwärzte Coverversion von W.A.S.P.s "Animal (Fu*k Like A Beast)", die geil rüberkam und den rockigen Aspekt des ansonsten feist knüppelnden Kommandos zusätzlich unterstrich. Aufgrund des Soundorkans leider nicht die repräsentativste Liveshow der Band, die Fans der Band wurden jedenfalls vollbedient, viele der zahlreichen Neugierigen wurden jedoch leider in die Flucht geschlagen.

Setlist ERL:

• The Rise And Reign Of Lucifer • Cruor Pro Predatorem • NIM (Protectress Of Inanigrall) • Necrosterra • Die Herrschaft Des Feuers • Hymn To The Dark • Wermut • The Last Uprising (Luzifer's Sturmgeschütz) • Animal (Fu*k Like A Beast) (W.A.S.P.-Cover) NOCTURNAL Vor der Geisterstunde durfte schließlich noch der Headliner ran. Die Oldschool-Meute im Saal wusste, was sie erwartete, und genau jenes Vollprogramm zelebrierten die vier Deutschen kompromiss- und gnadenlos. Straight, schnörkellos und unbeirrt nach vor marschierend, bretterte die Thrash-Armada durch das hauptsächlich aus Songs von "Violent Revenge" und "Arrival Of The Carnivore" zusammengestellte Set. Waffenklirrend, sprich nieten- und patronengurtbewehrt, wurde stilecht und amtlich geholzt und gepost, in der leicht diffusen Bühnenbeleuchtung und der dadurch kreierten Atmosphäre wurde man unvermittelt in die 80er zurückkatapultiert, dass man vor dem geistigen Auge DESTRUCTION oder SODOM auf der Bühne wähnen konnte.

Mit erdigem Sound ausgestattet, ballerten Thrash-Bretter wie "Temples Of Sin", "Preventive War", "Merciless Murder" oder das neue, sehr geile "Tyrants Of Damnation" daher. Überirdisch geil füllte Frontmann, äh, - frau Tyrannizer ihre Rolle als Sängerin aus. Die sich wild gebärdende, aber sehr hübsche Amazone keifte hasserfüllt und konsequent ihre Texte ins Mikro, dass einem Angst und Bang werden konnte und erhob immer wieder furchteinflößend ihren Mikroständer in luftige Höhen, während ihre Saitenmänner amtlich über die Griffbretter schrubbten. Generell war auffallend, dass die Tracks vom neuen, in Bälde erscheinenden Longplayer "Storming Evil" abwechslungsreicher und durchschlagskräftiger aus den Boxen fönten, was sicher als Manko bei so manchem älteren Song anzumerken wäre. Andererseits wollten sich die zahlreich anwesenden Headbanger ihre Rüben von genau jenem simplen, ohne Firlefanz gezockten Thrash-Brett abmontieren lassen, insofern war die Metalwelt am heutigen Abend tadellos in Ordnung. Einzig der unverständlicherweise nicht gezockte Knaller "Preaching Death" vom neuen Album (bzw. der EP) hat gefehlt. Das vom vorab veröffentlichten Videoclip her bekannte "Rising Demons" killte schließlich noch amtlich, bevor die Show in die Zielgerade bog. Es war schon kurz nach 00.30 Uhr, als die finale Zugabe "Kill With Power" das Konzert beschloss.

Setlist NOCTURNAL:

• Temples of Sin • Satanic Oath • Tormentor • Hellhunt • Nuclear Strike • Tyrants Of Damnation • Preventive War • Disgracer • Merciless Murder • Beast of Hades • Burn This Town • Rising Demons • Thrash Attack - • Kill With Power

Eine weitere geile Metalschlacht war im verschneiten Tirol geschlagen worden, das vergleichsweise harte Line-Up schmeckte den vor allem zahlreich aus der Landeshauptstadt Innsbruck angereisten Hartwurstfanatikern, die nicht zuletzt einen Teil des harten Kerns bei diesen hammergeilen Underground-Metal-Events darstellen. ERL überzeugten trotz Soundmanko mit einer sehr guten musikalischen Performance und intensiven Bühnenpräsenz, den von TRIUMPHANT recht hoch aufgespielten Ball nahm der Headliner NOCTURNAL gern auf, konnte ihn auch einnetzen, jedoch waren die meisten Zuschauer überzeugt, dass der Opener die beste Band des Abends war, was auch im Auditorium abzulesen war, bei TRIUMPHANT war die Bude ganz klar am Vollsten. Unser Dank für die Fotos geht wieder einmal an Christoph Marberger, mehr Fotos könnt ihr auf den Facebook-Präsenzen der Bands sehen!


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