04.01.2020, Alter Schlachthof, Wels

Rock Train Music Fest Vol. 1

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 08.01.2020

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Die österreichische Musiklandschaft ist um ein Festival reicher und das noch junge Jahr 2020 beginnt gleich mit einem kleinen Highlight – im äußerst gut besuchten Alten Schlachthof von Wels fand die erste Ausgabe des Rock Train Music Fests statt. Eine ausgewogene Mischung aus Rock- und Metalbands heimischer Herkunft bespielte mit jeweils großzügigen Spielzeiten die Bühne im Schlachthof und sorgte für einen kurzweiligen Konzertabend, der niemanden unzufrieden zurück ließ.


Bereits THE AUSTRIAN BLUES COMBO durften sich eine gute Stunde auf der Bühne austoben und sorgten mit ihren starken Blues-Klängen gleich für erhöhte Aufmerksamkeit beim Publikum. Dass zur vergleichsweise frühen Stunde bereits relativ viele Leute anwesend waren, sorgte nicht nur für Freude beim Veranstalter, der die früh Anwesenden mit einigen Halben Freibier belohnte, sondern auch bei dem motivierten Bluesrock-Trio, das sich mit sichtlicher Freude und Hingabe durch das mitreißende Programm groovte. Einen besseren Auftakt als den Blues mit Seele und starker Stimme, der die Anwesenden zum beschwingten Mitwippen einlud, hätte man sich kaum wünschen können!


Auch die folgenden RESKIMO konnten sich über reges Publikumsinteresse freuen, konnten aber zumindest beim Berichterstatter nicht so ganz durchzünden, was vermutlich an einigen Timingproblemen von Sänger Kilian lag. Wiewohl die sympathischen Burschen ein ordentliches musikalisches Brett aus alternativen Gefilden auf die Beine stellten und mit sichtlicher Freude über die Bühne fegten, ließen sich die Zuschauer erst gegen Ende des Gigs zum regen Mitklatschen hinreißen. Der abschließende Einsatz eines Trompeters zu den letzten Nummern gab dem Auftritt noch einen rotzig-punkigen Touch, was dank erhöhtem Wiedererkennungswert insgesamt besser beim Publikum anzukommen schien. Trotz des anfangs etwas durchwachsenen Auftritts und trotzdem RESKIMO die ihnen zur Verfügung stehende Spielzeit gar nicht voll ausreizten, durfte sich der sympathische Haufen über lauten Schlussapplaus freuen.


Des kleinen Schreiberleins Lieblinge, die HOMELESS KINGS waren als nächstes an der Reihe und zündeten vom Fleck weg die Lunte punkigen Hardrocks an. Obwohl mit ein paar kleineren Problemchen geschlagen – Gitarrist Andi kämpfte kurz mit seinem Funksystem, Sänger Dominik zu Beginn des Schlussdrittels für ein paar Takte mit der Stimme und ein Drumstick begab sich zwischendurch auf Irrwege – konnte der Vierer das Publikum schnell für sich gewinnen und nebst massig Szenenapplaus auch den einzigen Moshpit des Abends entzünden. Irgendwann während der letzten Songs fand eine Perücke den Weg auf die Bühne, die sich Bassist Josch überstreifte und damit abrockte – ein starker Einstand in Wels, den die HOMELESS KINGS da feierten.


CURIOUS teilten das Publikum im Anschluss in zwei Teile – in einen begeisterten und einen weniger aufgeschlossenen. Wiewohl musikalisch wirklich stark, steht und fällt vieles ja bekanntlich mit dem Sänger. So leider auch bei CURIOUS, die von ihrer anwesenden Fangemeinde gebührlich unterstützt wurden, jedoch beim Rest der Zuschauer trotz wirklich beherzter Show nicht so wirklich zündeten. Zu sehr plagte sich der agile und auf Publikumsinteraktion bedachte Fronter gerade in den etwas höheren Gesangspassagen, während die Rap-Parts der dem Nu Metal nahestehenden Truppe doch richtig gut klangen. Dank der treuen Fangemeinde wurden aber auch CURIOUS mit großem Beifall für ihre schweißtreibende Show bedacht.


Wie richtige Begeisterung klingt, konnte man im Anschluss bei VERTILIZAR sehen, die den heimlichen Headliner markierten und die Zuschauer geschlossen vor der Bühne versammeln und entsprechend motivierten konnten. Der Mitsingpegel der Alternative/Grunge-Hymnen der vier Burschen aus der nahen Umgebung war entsprechend hoch und man konnte den Vieren auch ansehen, wie große Freude es ihnen bereitete, dass so viele Leute erschienen waren. Für den Bassisten, der auch bei RESKIMO in Lohn und Brot steht, war es sogar die zweite Show des Abends – Hut ab! Ein Kompliment auch an die Zuschauer, die richtig Stimmung machten und VERTILIZAR zu wahren Höchstleistungen anspornten – so möchte man das sehen! Dass sie nicht nur in kleinen Clubs, sondern auch auf größeren Bühnen richtig abreißen können, das bewiesen VERTILIZAR an diesem Abend einmal mehr mit Macht. Daumen hoch!


Zum Abschluss des Abends heizten noch LOXODROME aus Pettenbach dem Publikum ein. Seit mehr als fünf Jahren und ihrem letzten Album „Mirrors“ aus dem Jahr 2013 hatte man nicht mehr viel von der motivierten Truppe gehört. Nur vereinzelte Live-Auftritte ließen das Potenzial von LOXODROME immer wieder aufblitzen, doch das dürfte sich nun, mit wieder neuem Material in Arbeit, hoffentlich ändern! Zumindest zu Hoffen wäre es, denn die Band zeigte sich bei ihrem Auftritt im Schlachthof von ihrer besten und motiviertesten Seite und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie es drauf hat, richtig schön knackige Metal-Songs mit moderner, gelegentlich auch ein wenig alternative Schlagseite rauszuhauen. Dass aufgrund der vorgerückten Stunde die anfänglich noch begeisterten Zuschauer zusehends die Segel strichen und nach und nach den Heimweg antraten, war wirklich schade. Doch die Verbliebenen gaben dafür umso mehr Gas und sorgten zumindest für eine entsprechende Geräuschkulisse. Als um Mitternacht der letzte Vorhang fiel, war die Zuschauermenge vielleicht durchaus überschaubar, aber verabschiedete LOXODROME mit gebührender Lautstärke von der Bühne.
 

Einen besseren Auftakt als eine so gut besuchte Veranstaltung mit durchwegs begeisterungswilligen und friedlichen Zuschauern kann man sich wohl kaum wünschen. Dank blendender Organisation kam es kaum zu Wartezeiten und auch die Menge an Leuten konnte man als geradezu ideal erachten – immer gut voll, jedoch nie überfüllt. Als Zuschauer fühlte man sich beim Rock Train Music Fest sofort wohl und dank des Einsatzes der Veranstalter kann man sich bereits auf eine weitere Ausgabe des Festes freuen! Der diesbezügliche Termin im September des Jahres an gleicher Stelle steht bereits... Stormbringer ist gerne wieder mit dabei!


Weitere Fotos findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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