SUIDAKRA - Realms Of Odoric

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VÖ: 20.05.2016
Bandinfo: SUIDAKRA
Genre: Celtic Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste

3 Jahre mussten wir warten auf das neue, 12. Album von SUIDAKRA - nicht so lange wie Kris Verwimp sich gedulden musste, bis zur Neuerweckung seiner bereits 1996 erdachten Phantasiewelt Odoric.

Arkadius und Kris Verwimp haben gemeinsame Geschichte, hier nachzulesen:

http://www.stormbringer.at/reviews/12552/realms-of-odoric-realms-of-odoric.html

Nun waren aber noch längst nicht alle Geschichten erzählt und so kommt eins zum Andren, SUIDAKRA liefern die Klänge, Kris Verwimp das Visuelle - und fertig ist ein Album - nein, ein Kunstwerk, das uns in die Welt von Odoric entführt.

„Into The Realm“ ist ein sachter Anfang, dann plötzlich Arkadius’ Worte, die sich dem noch unschlüssigen Hörer einbrennen - „The Past Is Forged With Each Decision…“ und dann ist es schon um Einen geschehen, zurücklehnen, Augen schließen, abtauchen.

„The Serpent Within“ und „The Hunters Horde“ zum Aufwärmen: SUIDAKRA beweisen, dass sie in den letzten drei Jahren nicht untätig waren, musikalisch on point, Arkadius gutturaler Gesang wie immer ein Garant für Gänsehaut. Die Kombination aus folkigen Elementen - irgendwie liegt mir immer der ELUVEITIE-Vergleich auf der Zunge, ich versuche es zu unterlassen - in Death Metal-lastiger Rahmenkomposition zieht einfach immer.
Bei „Creeping Blood“ wird es dann .. ja, creepy. Vom Ambiente her ein bisschen wie Silent Hill (Film oder Spiel, je nach Gusto) und dann dieser schnurrende, raue Gesang von Arkadius. Man fragt sich, welche Kreaturen man mit solchen Tracks wohl beschwören kann.. die Gänsehaut bedeckt übrigens spätestens jetzt 90% der Körperoberfläche.
Wer schon darauf gewartet hat, wird bei „Undaunted“ erleichtert aufatmen - Tina singt. Die Zusammenarbeit zwischen ihr und SUIDAKRA hat ja schon einiges an Zeit auf dem Buckel, aber langweilig wird es nicht. An ihrem Beispiel schön zu hören: bei epischen, melodischen Tracks muss eine Frauenstimme nicht zwangsweise klassisch dahin trällern, um die Musik zu vervollständigen.

„Pictish Pride“ besticht mit einem wunderschönen Intro - nicht nur, aber auch bei diesem Stück, geben die hintergründigen, mehrstimmigen Parts dem Ganzen noch eine Portion mehr an epischem Feinschliff.
Nach einem eindrucksvollen, mächtigen „Dark Revelations“, wird man schon bei den ersten Tönen von „Braving The End“ stutzig. Was kommt denn jetzt? So… ruhig? Der Text verspricht eine Ballade - dann setzt Arkadius ein. Der Song ist ein grandioses Duett, eine ruhige, sanfte Komposition - die Beiden dürften mich gern jeden Abend in den Schlaf singen. Hachseufz.
„One Against The Tide“ ist ein letztes Aufbäumen, voll epischer Choräle als Konterpunkt zum Furioso der Musik - und schließlich klingt das Album mit „Cimbric Requiem“ aus, und als Bonus-Track gibt es noch „Remembrance“.

Prinzipiell ist es immer ein gutes Zeichen, wenn die Musik aufhört und man nach einigen Augenblicken aufschreckt, weil es so still ist - so sehr war man versunken in dem Album, dem Werk. Ein bewegendes, mitreißendes Album ohne langatmige Stellen - das Warten hat sich gelohnt.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lee (17.06.2016)

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