RAGE - Seasons Of The Black

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VÖ: 28.07.2017
Bandinfo: RAGE
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

Nachdem RAGE sich im vergangenen Jahr erfolgreich neu formieren konnten und mit "The Devil Strikes Back" für ordentlich Aufruhr gesorgt haben, folgt bereits ein Jahr später der zweite Streich. Die Jungs haben bereits im Zuge von "The Devil Strikes Again" neues Material geschrieben, was sich über das vergangene Jahr vervielfacht hat und RAGE in die glückliche Position brachte, 2017 nachzulegen. Peavy verriet uns in einem Interview (klick!), dass Nuclear Blast begeistert war von der Idee, dass die Jungs so schnell einen neuen Longplayer an den Mann bringen können. Fragt sich, ob die Scheibe nach so kurzer Zeit an das starke "The Devil Strikes Back" anknüpfen kann...

Der Opener/Titeltrack lässt schon mal nichts anbrennen und prescht mit einer ähnlichen Gewalt voran, wie es bereits der Opener auf dem letzten Werk getan hat - wahrscheinlich sogar noch eine Ecke brutaler. Es tut nach wie vor richtig gut, dass RAGE mit der Neuformierung zum altbewährten Sound zurückgefunden haben, denn nach all den virtuosen Experimenten der vorangegangenen Alben wirkt die Band wieder wie eine komplette Einheit. "Serpents In Disguise" bewegt sich ebenfalls in Gefilden, die ein ordentliches Tempo vorlegen, obgleich die Brutalität des Openers etwas zurückgefahren wurde. Der Track wirkt insgesamt etwas hymnischer, was nicht zuletzt dem sehr melodischen Chorus geschuldet ist. Von B-Material bis hierhin im übrigen keine Spur, im Gegenteil! "Blackened Karma" stimmt sehr düstere Töne an, wobei vor allem die Strophen fast schon eher lässig klingen. Der Refrain platzt förmlich vor Energie und lässt Peavy auf seine alten jungen Tage nochmal zur Höchstform auflaufen. "Time Will Tell" erinnert witzigerweise an einen Song der jüngeren RAGE Ära mit "Long Hard Road". Insbesondere das prägnante Riffing zu Beginn, das den gesamten Song auch trägt, weist starke Parallelen auf. Soll mich nicht stören, so war "Carved In Stone" noch so ziemlich das letzte RAGE Album, das mich bis zum Split mitzureißen wusste. "Septic Bite" hingegen stammt wieder aus der Oldschool Ära rundum "Black In Mind" und könnte gut der kleine oder auch große Bruder von "The Crawling Chaos" sein. Ein Stück, das mit purer Gewalt auf den Hörer einschlägt und ihn nicht mehr aus seinen Fängen entkommen lässt. Hervorheben möchte ich noch das kleine Konzept, das sich gegen Ende des Albums mit "Tragedy Of Men" eingeschlichen hat: Peavy kann sich durchaus für dystopisch angehauchte Themen begeistern und dieses kleine Opus befasst sich mehr oder weniger mit dem Aufstieg und Niedergang der Menschheit. In Szene gesetzt wird das Ganze vom sehr ruhigen "Gaia", das im Anschluss von "Justify" sowie "Bloodshed In Paradise" förmlich zerrissen wird. "Farewell" entlässt uns als überlange Ballade mit sehr ruhigen und emotionalen Tönen, lässt mich im Refrain etwas kalt, enthält aber ansonsten keine wirklichen Längen. Das epische, symphonisch angehauchte Outro lässt den geneigten Fan zufrieden im Sessel zurück!

Auch nach einem knappen Jahr sprühen RAGE geradezu vor Energie und lassen keine Ermüdungserscheinungen aufkommen. Der Split tat Peavy gut und das ist in jedem der neuen Tracks ebenso spürbar wie es bereits auf dem letzten Werk der Fall war. RAGE wirken NOCH brutaler und noch zielstrebiger, was das Wiederherstellen des alten, roughen Sounds angeht. Insgesamt kann mich "Seasons Of The Black" tatsächlich noch mehr mitreißen als es der Vorgänger vermochte und so bin ich als Fan der alten Tage sehr froh, bereits nach so kurzer Zeit so qualitativ hochwertigen Nachschub in den Händen halten zu können!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (27.07.2017)

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