EWIG FROST - Ain't No Saint

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VÖ: 30.04.2021
Bandinfo: EWIG FROST
Genre: Black´n´Roll
Label: Discos Macarras
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Lineup  |  Trackliste

Niitro alias Nino Del Carlo ist der klassische Metal-Workaholic: Neben EWIG FROST ist der sympathische Wiener auch als Tontechniker gefragt und ein begnadeter Networker, der aus der heimischen Szene mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Auch in Krisenzeiten haut er arbeitstechnisch rein, versammelt massig Metal-Prominenz um sich und klöppelte scheinbar mit flockig-lockerem Händchen das neue Album „Ain’t No Saint“ ein. Gleichzeitig ist diese Scheiblette, die wie immer auch als limitiertes Vinyl erscheinen wird, der Schlussakkord der Trilogie mit „Dirty Tales“ (2014) und „No Dice“ (2016), auch diesmal wieder mit nettem Cover von Dr. Knoche. Musikalisch bleibt sich Niitro treu, was einst als Black Metal-Band begonnen hat, ist mittlerweile ein Bastard aus Rock’n’Roll, Punk, Highspeed-Blues und traditionellem Metal. Der reine Schwarzmetall ist fast komplett aus dem Repertoire verschwunden, was aber nicht weiter stört, denn die explosive Mischung auf „Ain’t No Saint“ treibt so massiv vorwärts, dass die neuneinhalb Tracks („Desert Sunset“ bereitet als Intro das abschließende, von MIDNIGHTs Varnik veredelte „Mary Jane“ vor) wie ein D-Zug an einem vorbei rauschen, dass dir zwar kurzfristig wohl das Sehen, nicht aber das Hören vergeht.

Schon der MOTÖRHEAD/VOIVOD-Frontalangriff im eröffnenden Doppel „Intro The Night“ / „In Da Not (Frisst Da Teife De Fliagn)“ galoppiert mit Slap-Bass-Salven (!) wunderbar vorwärts, ähnlich geht’s auch bei „Satan III“ dahin. „New Cold War“ versprüht punkigen Vibe mit Blastbeats garniert, und im Mitshout-Refrain (der leider nur einmal vorkommt) fast schon NY-Hardcore-Charme. Bemerkenswert dann das Stück „1918“, ein derber Blues in Slo-Mo, der nach fünf Minuten in eine ziemlich schirche Geräuschkulisse kippt. Spooky! Danach wandelt man mit „Die Gier (Is A Luada)“, fast schon auf Spuren der BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE, beswingt und mit Bläsern garniert, am Abgrunde der menschlichen Seele, natürlich schön im Dialekt – der sowieso zu EWIG FROST passt, als hätte man ihn eigens dafür erfunden. „Bad Beat Boogie“ versammelt Musiker von MOTHERS OF THE LAND, REVEREND BACKFLASH, ROADWOLF, BOOGIE HAMMER und YOUNG NAILS zu einer gschmackigen Spaß-Abfahrt in gemütlichem Schädelbeutel-Tempo. Und bei „Back On Wheels“ darf noch Denika von DUSK ans Co-Mikro, bevor bereits erwähnter Varnik den Rausschmeißer „Mary Jane“ axttechnisch garniert.

EWIG FROST gelingt hier, woran viele scheitern: sich treu zu bleiben, auch wenn man zig Stile fusioniert, die allesamt zwar im musikalisch-schwarzen Bereich zuhause sind, und trotzdem bunt sind wie Sau. Könnte man Farben hören (was ja wirklich einige Wenige können), „Ain’t No Saint“ wäre ein in tausende Regenbögen explodierender Totenkopf. Unkenrufe, wonach die heimische Szene kränkelt, erstickt die Platte im Keim – mehr noch: genau so wie hier soll Underground funktionieren, und dass alle Beteiligten ihren Spass an der Sache hatten, hört man zu jeder Sekunde. Einziger Wermutstropfen: der Wahnsinn ist mit knapp einer halben Stunde Spielzeit leider viel zu kurz. Aber besser kurz und gut als lang und fad, oder?

Wir haben Niitro übrigens auch zum Album und sonstigen Befindlichkeiten der Szene interviewt. Das Ganze könnt ihr euch HIER reinziehen!

Oben drauf verlosen wir 2 exklusive EWIG FROST Packages [bestehend aus einer Dogipack-CD „Ain’t No Saint“ und einem signierten Poster], zum Gewinnspiel geht es HIER!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (30.04.2021)

WERBUNG: Hard
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