Der Stormbringer Jahresrückblick 2017


Es gibt wieder 1 traditional Poll von 2017 her! Und I bims der Laichster und vong Rückblick her muss ich auch 1 oder drölf Dings beisteuern! Was war hot und was war Schrott - dementsprechend eine subjektive Rekapitualtion über das vergangene Jahr mit der dezenten Note Lauch im Abgang: 

Internationale Musikgruppe des Jahres: Yo bitches, BODY motherfuckin COUNT in da house! Zugebendermaßen klingen ICE motherfuckin T und seine Homies from da Hood immer noch gleich stumpf wie 1989 und gleichzeitig ist "Bloodlust" wohl das angepissteste Album des Jahres. Man ist immer noch zornig! Zornig auf Rassismus, Ungerechtigkeit, politische Extreme und sowieso auf das LAPD und seine Donuts fressenden Beamten! BODY COUNT werden keinen Innovationspreis mehr gewinnen, sind aber 2017 immer noch das authentischte und aggressivste was über den Plattenspieler wandert und man greift unweigerlich zum schwarzen Hoodie um durch die heimische Dorf-Hood zu cruisen! Gangsta shit just got real! 

 

Eingeborenen-Krawall des Jahres: In der Tiroler Metalcity LA steppt bekanntlich nicht nur der Problembär, sondern auch der ekstatische Bay-Area-Thrash-Grizzly und huldigt dem PANTERA-Groove in Form des Local-Hero-Geschwaders SILIUS, welche sich mit ihrem Debütalbum "Hell Awakening" (zur linguistischen Analyse) selbst die österreichische Monarchiekrone in Sachen Aggressionsabbau aufsetzen. Ein Trupp k.u.k. Dragoner in vollem Angriffsgalopp ist nichts gegen die perfekt inszenierte Gesichtswatschen mit dem Gewehrkolben des Tiroler-Musikschützenverbands mit dem lieblichen Dialekt zur Verwirrung der Feinde... Waaaaar Plaaaaanet! 

Longplayer des Jahres: JOHNNY CASH, meets NICK CAVE, meets BEHEMOTH. Der düster abgründige, von Melancholie geschwängerte Sound von Polens-Obersatanisten Number One, Nergal, und dem Briten John Porter, darf sich dieses Jahr mit Leichtigkeit den persönlichen Titel des Glanzstückes 2017 abholen. Zwischen beklemmender Dunkelheit, schaffen es die beiden Musiker einen Lichtblick in ihr Meisterwerk "Songs Of Love And Death" zu verpacken und in eine Welt zu entführen, in der uns der Tod als erlösender Begleiter durch eine finstere, mit Metaphern vollgestopfte Welt begleitet und die Erlösung in greifbare Nähe rücken lässt, ohne dabei zu vergessen, auch das Leben in all seinen Höhen und tragischen Tiefen zu feiern. My church is black, my christ is cold! My cross is pale, all hope is gone!

Beste Visualisierung mit musikalischer Untermalung: Wurde das mit Spannung erwartete "Berdreyminn" aus der isländischen Atmosphärik-Schmiede SOLSTAFIR doch kontrovers von Kritikern und Fans diskutiert, so zeigt sich die Visualisierung zu "Hula" erhaben über jedweder Zweifel. Meisterlich wird die bedrückende Melancholie des Stücks in Bilder gefasst und transportiert gleichsam schwere Beklemmtheit, als auch die namensgebenden Sonnenstrahlen der Band auf den Bildschirm des Konsumenten und lässt diesen nicht wieder los! 

Katzenblutsaufer-Mucke des Jahres: SATYRICON können es immer noch und stechen mit "Deep Calleth Upon Deep" tief in die Herzen des Black-Metal-Fans! Nebst dem Mut zur Hässlichkeit am Cover - auch über Edvard Munch dürften sich die Geister scheiden - verbirgt sich unter der obskuren Hülle ein Freudenfest der Düsternis, welche mit durchdachter Präzision und dem Wissen um den elementaren Bestandteil des melodiösen Untertons (Auch Black Metal hat einen roten Faden in der Tonfolge) durch die norwegischen Wälder marschiert. Deep Calleth upon deep, and in the forest old!

Sicko-Album des Jahres: Das Metzger-Kommando PROFANITY schlägt mit "The Art Of Sickness" (zum Rezeptbuch) wieder beinhart mit der Axt in den Frontallappen und zeigt wie Brutal-Tech-Death-Metal im Jahr 2017 klingen muss! Selbst bei endlosen Prügelorgien auf verfaulten Kadavern, lässt man keine Langeweile aufkommen und zerlegt das Schlachtvieh reihenweise mit der Präzision eines Herzchirurgen. Gehirnamputation deluxe und ein wegweisendes Album für die Zukunft des technisch versierten Todesbleis! Grunz! Grunz!

Frischfleisch des Jahres: Der österreichische Schwarzmaler PAUL PLUT legt mit "Lieder Vom Tanzen Und Sterben" ein herausragendes Stück heimischer Musik vor, das sich in erdrückender Atmosphäre und tiefschwarzer Lyric im tiefsten Dialekt zu einer besonderen Perle der heimischen Musiklandschaft entwickelt. Morbider Österreichischer Charme trifft die Volkseele im philosophischen Diskurs! Die Wöt is a Gräberföd! 

Opas des Jahres: AGNOSTIC FRONT treten immer noch in die Kauleiste und hinterlassen ein Straßenschlachtfeld mit brennenden Autos, Mülltonnen und eingeschlagenen Fensterscheiben - im metaphorischen Sinne auch dieses Jahr in der Livestage Innsbruck (zur Frontberichterstattung). Angepisst sein als Beruf ist doch die Erfüllung des feuchten Traumes eines jeden notorischen Ungustls und wenn du das dann auch noch im fortgeschrittenen Alter mit aller Brachialität zelebrieren kannst, dann darfst du dich auch über den Titel in der Opa-Kategorie freuen. Rein in die Boots und Stahlkappe in die Kauleiste! New York Hardcore, Motherfuckers! 

 

Blindgänger des Jahres: Die Erwartungen nach "Svbversvm" waren an RAM wohl zu hoch! "Rod" (zur ausführlichen Argumentation) wird den Erwartungen einfach nicht gerecht und verliert sich in der faden Befeuerung des 80er-Klischees, ohne dabei einen Spannungsbogen ähnlich des Vorgängers zu entwicklen. Viele Ideen werden angedacht und nicht zu Ende gebracht, am Ende erscheint es, als hätte man gerade in Dauerschleife das ein und selbe Riff aurikulär aufgenommen. Schade, man hätte RAM doch als eine der wenigen Trve-Bands zugetraut endlich aus den Szenezwängen auszubrechen! Das wahr leider nix mehr mit Heavy Metal Tyranny!

 

Beste Theaterdarstellung: Es gibt Meister ihres Faches, die über jede Szenegrenzen hinweg ihren Ruf nicht umsonst erlangt haben - eine solche Institution ist DEPECHE MODE! Diese demonstrieren auf ihrer "Global Spirit Tour 2017" eindrucksvoll, warum sie zu den besten Bands der Gegenwart gehören und ziehen eine Live-Show durch, an der es weder an der Präsentation des grandiosen "Spirit" mangelt, und ebenso den unsterblichen Klassikern in Perfektion gehuldigt wird - besser kann man eine Live-Show nahezu nicht inszinieren! Here´s the revolution!

Film des Jahres: Christopher Nolan liefert mit "Dunkirk" den wohl besten Kriegsfilm der letzten Jahre ab und einen der einzigen der auf Polemik oder Patriotismus verzichtet und nur eine nüchterne Betrachtungsweise der Ereignisse des Mai und Juni 1940 darstellt. Ohne auf übertriebene Gewalt und deren implizierte Verherrlichung und filmische Mittel zurückzugreifen, stellt Dünkirchen die beklemmende Situation des Krieges dar und ist dabei schonungsloser als jeder noch so bluttriefende, mit Action vollgepackte Ballerfilm, ohne dabei auch nur einmal einen deutschen Soldaten zu zeigen. Die beklemmende Situation der eingekesselten englischen und französischen Soldaten, wird in all ihrer Hoffnungslosikgeit dargestellt und das übertrieben laute Dröhnen der Bomber versetzt den Zuseher in mitfühlbaren Schrecken. Noch nie war es in einem Kinosaal ruhiger: Neben dem ewigen Rauschen der Wellen hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Große, schonungslose Kunst, welche unter die Haut geht! 

Wort des Jahres: Hallo I bims, 1 Lauch

Zitat des Jahres: Schau, die ham ah aufgföhnte Matten - der Sound muss guat sein! 

Bonus-Review 2017: Zum Jahresabschluss darf man auch über den Tellerrand blicken und somit wird im Zuge des Polls 2017 das beste Pop-Album des Jahres gewürdigt: TAYLOR SWIFT - "Reputation"! Dementsprechend viel Spaß oder blankes Entsetzen beim schonungslosen Blick über den Futtertrog des Metal-Universums:
 
Darf man als Metal-Magazin TAYLOR SWIFT reviewen? Als Gegenfrage könnte man die Frage aufwerfen: Darf man sich als Metal-Magazin außergewöhnlichen Künstlern verschließen, nur weil sie nicht in die eigenen Szenezwänge passen? Wo endet eine musikalische Linie und wo beginnt das engstirnige Befeuern eigener, über Jahrzehnte gereifter Dogmen, welche dem Hörer unbewusst die Vielfältigkeit des musikalischen Kosmos auf radikale Weise verschließen? Als Verfechter eines weltoffenen Ansatzes, fäkaliert der Rezensent somit auf rote Linien und nimmt sich dem wahrscheinlich herausragendsten Pop-Album des Jahres an: „Reputation“ sprengt die Grenzen zwischen Pop, Country, tanzbarem Elektrodingsbumssynthie und schmalzgeladener Schnulze wie keine Veröffentlichung des Jahres 2017. Dabei ist das einstige schüchterne Country-Girl Taylor endgültig zu einer genrebrechenden Größe herangereift, welche es versteht, ihre Geschichten aus tiefem Sarkasmus, Ironie und Herzschmerz auf einer metamorphischen Ebene zu erzählen, an deren sprachliche Feinheiten kaum ein anderer Künstler der letzten Jahre herankommt - da können okkultistische Schwarzwurzeln oder Eierkneifhosen-Eunuchenjodler noch so tief philosophische oder hymnische Nummern fabrizieren. Das Handwerk, das Wort selbst zum mehrdeutigen Kunstobjekt zu erheben, welches in seiner Interpretationsweise erst im Sprechakt seine Vielfältigkeit in kommunikativer Hinsicht erhält, zeugt von der großartigen Kunst einer TAYLOR SWIFT, welche sich über das Beiwerk für gehirnlose, von gehypten DJs produzierten Schallwellenansammlungen abhebt und die als Ohrwurm konzipierte Musik dennoch zum Beiwerk der Lyrik herabsetzt und dabei doch tanzbar bleibt, wobei das gesprochene Wort den Takt vorgibt. Das ist das Alleinstellungsmerkmal und die große Stärke einer TAYLOR SWIFT!  

„Reputation“ bildet mit seinen auf metaphorischer Ebene ausgetragenen Konflikten und der sarkastischen bis selbstironischen Herangehensweise an seine Themen aus Tragik und Herzschmerz (Höhö, eh kloa!) die Spitze des Taylor´schen Schaffens, welches als Spitze des Eisberges über einem jahrelangen Entwicklungsprozess vom biederen Country-Girl zum heutigen popkulturellen Vamp leuchtet. Frau Swift änderte dabei nicht nur ihren musikalischen Weg, sondern vielmehr das Gesamtkonzept TAYLOR SWIFT von der Unschuld vom Lande, hin zur herzgebrochenen Femme Fatale! Ein Erfolgskonzept, welches nicht nur auf kalkulierter Vermarktungsstrategie basiert, sondern vielmehr den Typus der feministisch geprägten, starken Frau wiederspiegelt und somit mit immer noch vorherrschenden gesellschaftlichen Vorurteilen aufräumt - und das mit den Waffen einer Frau des 21. Jahrhunderts. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um den Einsatz des Gehirns und nicht des Vorbaus! In letzter Konsequenz zeigt das einstige zurückhaltende Mädel aus der Provinz Pennsylvanias ihren Kritikern und Hatern den Mittelfinger so, dass diese wohl unmissverständlich imstande sind, den Wink mit dem Finger richtig zu interpretieren. Gewisse amerikanische Rap-Größen und ihre breitärschigen Weibchen dürfen beim Ausüben ihrer drittklassigen musikalischen Schundkultur vor Scham im Boden versinken! Bleibt neben der ungeklärten Frage, wer TAYLOR SWIFT wohl dieses mal das Herz zur Inspiration gebrochen hat, nur mehr festzustellen: „Reputation“ ist wohl ohne Konkurrenz der Sieger in der Katergorie Pop-Album des Jahres! Are you ready for it?

Schlussfolgerung und Ausblick: Ein herzlicher Dank an all jene, die sich wieder einmal an meinen (natürlich an Ernsthaftigkeit nicht zu überbietenden) Berichten gestoßen haben, denen ich mit meiner sarkastischen Ader auf den Zünder gegangen bin, die meine pseudointellektuellen literarischen Ergüße öffentlich gemaßregelt haben und dies in erheiternder Weise in unzähligen Zuschriften und Kommentaren kundgetan haben. Die Kommentarspalte für 2018 ist hiermit eröffnet! Kommen Sie! kommentieren Sie! Bussi, Bussi, euer Laichster!   


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jahresrückblick '17 der Stormbringer-Leser
Seite 3: Redaktionsrückblick 2017: Angelika Oberhofer
Seite 4: Redaktionsrückblick 2017: Anna Buchbauer
Seite 5: Redaktionsrückblick 2017: Anthalerero
Seite 6: Redaktionsrückblick 2017: bender
Seite 7: Redaktionsrückblick 2017: Brigitte Simon
Seite 8: Redaktionsrückblick 2017: Captain Critical
Seite 9: Redaktionsrückblick 2017: Christian Wiederwald
Seite 10: Redaktionsrückblick 2017: Christian Wilsberg
Seite 11: Redaktionsrückblick 2017: Daniel Hadrovic
Seite 12: Redaktionsrückblick 2017: Florian Rosenberger
Seite 13: Redaktionsrückblick 2017: Fred Gasch
Seite 14: Redaktionsrückblick 2017: Jazz
Seite 15: Redaktionsrückblick 2017: Julian Dürnberger
Seite 16: Redaktionsrückblick 2017: Laichster
Seite 17: Redaktionsrückblick 2017: Luka
Seite 18: Redaktionsrückblick 2017: Mike Seidinger
Seite 19: Redaktionsrückblick 2017: Pascal Staub
Seite 20: Redaktionsrückblick 2017: Sonata
Seite 21: Redaktionsrückblick 2017: Stefan Graesslin
Seite 22: Redaktionsrückblick 2017: Thomas Trüter


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